Die Feuerwehr gehört zu unserer Gesellschaft dazu. Sie ist geschätzt und die Bevölkerung weiss, wie wichtig sie für uns alle ist. Doch was genau sie machen und was sie können müssen, das wissen die wenigsten. Letztjährig wirkte die Grenchner Feuerwehr dem entgegen und funktionierte die Zuschauer zu Feuerbekämpfern um. Nach gutem Echo der Gäste wurde die diesjährige Hauptübung im ähnlichen Rahmen durchgeführt.

An acht Posten und einem der Stadtpolizei Grenchen wurde einem das Leben der Helfer nähergebracht. Einige Aufgaben, wie das Aufbrechen eines Autos, versprachen mehr Action als andere, doch sie sind alle gleich wichtig und jeder muss alles beherrschen können. Das wurde den Zuschauern bewusst, als sie selber anpackten.

Hauptübung der Feuerwehr Grenchen

Hauptübung der Feuerwehr Grenchen

Die Feuerwehr Grenchen lud am Samstag die Bevölkerung ein, selber Hand anzulegen.

So bestätigte eine junge Frau mit dem schweren Schlauch in den Händen, dass der Löschdienst nicht nur einfach eine Wasserschlacht sei, sondern dieser Energie und Konzentration erfordert. Eigenschaften, die auch bei weiteren Posten wie der Personenrettung bei Unfällen, dem Rettungsdienst oder dem Pionierdienst benötigt sind. Bei der Jugendfeuerwehr konnte man die Grundlagen von Knoten, Rettung und dem Abseilen erlernen.

Eine grosse Familie

Was bei den Profis so einfach aussah, gelang jedoch nicht immer im ersten Anlauf. «Das erwartet aber auch niemand», erklärte Kommandant Thomas Maritz. Die Feuerwehr sei wie eine grosse Familie und jeder helfe jedem, jeder profitiere von den Fähigkeiten der andern und man lerne voneinander. «Jeder fängt einmal an», so Maritz, wie auch er selber vor mehr als 30 Jahren. Alle, ob Frau oder Mann, könnten Mitglied der Feuerwehr werden. Erlernen könne man alles, doch was mitgebracht werden müsse, seien Loyalität, das Bedürfnis zu helfen und die Fähigkeit, das Wohl des Anderen vor sein eigenes zu stellen.

Dieses Familiengefühl haben die Beteiligten an die Besucher vermittelt. Schüchterne Kids tauten auf, trauten sich in die Obhut eines richtigen Feuerwehrmannes und bekämpften mit ihm ein Feuer. Höhenängste wurden besiegt und bescherten den Mutigen eine Aussicht von knapp 30 Meter Höhe auf der Drehleiter.

Zunächst unsichere Hände zeigten Fingerspitzengefühl und lernten, wie man sich von einem zu engen Fingerring befreien kann. In der Vergangenheit Schwelgende konnten sich eine Runde mit dem früher eingesetzten Magirus aus dem Jahr 1952 gönnen oder sich der Führung durch das historische Gebäude anschliessen.

Nach solch einem interessanten Tag verwunderte es nicht, dass immer wieder über das Feuerwehrareal gerufen wurde: «Mami, Papi, i wot au mou zur Füürwehr!»