Granges Politiques

Seit 1877 ein sicherer Wert

38 % des Gemeindegebietes sind Wald (2603 ha). Davon sind 979 ha im Eigentum der Bürgergemeinde. (Symbolbild)

38 % des Gemeindegebietes sind Wald (2603 ha). Davon sind 979 ha im Eigentum der Bürgergemeinde. (Symbolbild)

Er ist immer für uns da. Ob es uns gut oder schlecht geht, ob heiss oder kalt, ob die Sonne scheint, oder Regen. Er ist Lebensraum, Wasserspeicher, Schattenspender, Sauerstofflieferant, CO2-Verarbeiter, Rohstofflieferant, dient dem Bodenschutz und vieles weitere mehr. Er ist Erholungs- und Aufenthaltsraum für Menschen, Tendenz steigend. Die Rede ist vom Wald. Es tummeln sich Spaziergänger, Nordic-Walker, Biker, Reiter, Hundehalter, Jogger, Kindergärten im Wald. Naturerlebnis pur. Das erfreut mein Herz als naturverbundene Person, die oft im Wald anzutreffen ist. Der Trend ist einerseits zu begrüssen, anderseits auch mit steigenden Kosten für die Pflege der Infrastruktur verbunden. 38 % des Gemeindegebietes sind Wald (2603 ha). Davon sind 979 ha im Eigentum der Bürgergemeinde.

Wenn wir uns im Wald aufhalten, bewegen wir uns also, entgegen der landläufigen Meinung, nicht auf öffentlichem Grund. Der Wald ist jedoch per Gesetz öffentlich zugänglich, die Bürgergemeinde als Grundbesitzerin muss das so hinnehmen. Die forstfremden Kosten von aktuell Fr. 30 000 jährlich darf sie dann selber berappen. Forstfremde Einsätze sind: Pflege und Instandhaltung von Vita-Parcours, Baum- und Strauchlehrpfad, 9 Feuerstellen, Brunnen, Weidmauern, Unratentsorgung. Grenchen zählt 17000 Einwohner, davon sind rund 7,5 % Grenchner Bürgerinnen und Bürger.

Die erwähnten Arbeiten werden also auch für 92,5 % der Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Grenchen geleistet. Meines Erachtens ist die Stadt in der Pflicht, für diese Arbeiten einen Kostenbeitrag zu leisten, da sie der Öffentlichkeit zu Gute kommen. Laut Kantonsverfassung sind die Aufgaben einer Bürgergemeinde folgende: die Verwaltung des Vermögens und die Erhaltung ihrer Güter, die Erteilung und Zusicherung des Grenchner Gemeindebürgerrechts, die naturnahe Bewirtschaftung der Wälder/Allmenden sowie deren Pflege als Naherholungsgebiete, die Förderung der kulturellen und sozialen Wohlfahrt nach Massgabe ihrer vorhandenen Mittel. Vieles wurde offenbar richtig gemacht und dies seit bald 140 Jahren. Deshalb darf haushälterischer Umgang mit den Mitteln, wie dies bei der Bürgergemeinde der Fall ist, nicht abgestraft werden nach dem Motto: Die haben es ja.

Die Bürgergemeinde Grenchen hat keine Steuerhoheit und muss ihre Tätigkeiten und Aktivitäten durch andere Ertragsmöglichkeiten (Forstbereich: Energieholz (Holzschnitzel), Gartenholzerei für Private / Verwaltungsbereich: Miet-, Pacht- und Baurechtszinsen, Ertrag Steinbruch Firsi, Einbürgerungsgebühren) finanzieren und damit die wirtschaftliche Existenzfähigkeit aus eigener Kraft sicherstellen. Gespräche sind offenbar meist ergebnislos verlaufen. Mehr Einsicht und Bereitschaft zum lösungsorientierten Dialog wären sicher hilfreich.

Nicole Hirt, Gemeinde- und Kantonsrätin GLP.

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