Pieterlen

Seit 100 Jahren steht der Verein in Verbindung mit der Natur

Der Vorstand des OV Pieterlen von links: Beat Dänzer, Ueli Schneider, Marianne Schneider (Sekretärin), Paul Niederberger, Lory Bönzli.

Der Vorstand des OV Pieterlen von links: Beat Dänzer, Ueli Schneider, Marianne Schneider (Sekretärin), Paul Niederberger, Lory Bönzli.

Der Ornithologische Verein Pieterlen feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Der Verein befasst sich mit der Naturverbundenheit sowie dem Naturschutz und der Kaninchen- und Geflügelzucht.

Seit 1919 verbindet die Mitglieder des Ornithologischen Vereins Pieterlen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung mit Naturverbundenheit. Die Mitglieder engagieren sich beim Vogel- und Naturschutz sowie in der Kaninchen- und Geflügelzucht.

Klima- und Naturschutz sind im 2019 geflügelte Worte. Leider vermerken die Mitglieder der ornithologischen Vereine, die sich immer schon um Geflügel, Kaninchen und den Natur- und Vogelschutz kümmerten, daraus keinen Mitgliederzuwachs. Keine Scharen drängen sich in den Verein. «Jeden Tag seine Tiere betreuen, diese Pflicht ist heute nicht mehr gefragt», sagt der Präsident der Ornithologen Ueli Schneider. Es gebe immer weniger Kleintierhalter. Er könnte sich jedoch vorstellen, dass sich mehr Menschen für den Verein wegen des Natur- und Vogelschutzes interessierten. Das gäbe neue und jüngere Mitglieder.

Erste Ausstellung bereits im Gründungsjahr

Die Gründung des Ornithologischen Vereins 1919 erfolgte damals, um gemeinsam in der Kaninchen- und Geflügelzucht weiterzukommen. Schon im ersten Jahr kauften die 25 Mitglieder einen Zuchtrammler der Rasse Champagne-Silber, und die erste Ausstellung mit 58 Kaninchen und 11 Hühnern wurde durchgeführt. In all den Jahren waren vor allem die Kaninchenzüchter immer auch erfolgreich an kantonalen und schweizerischen Ausstellungen.

Dies bis heute mit noch vier Kaninchenzüchtern und einer Kaninchenzüchterin, die immer wieder gute Zuchtresultate erzielen. Beat Dänzer ist Obmann der Abteilung Kanin-chen.
Leider hat es beim Geflügel heute keinen Züchter mehr. Die Abteilung Geflügel fühlte sich in der Vereinsgeschichte oftmals benachteiligt, was aber nicht heisst, dass Rassehühner- und -taubenhaltung auch heute eine spezielle Freizeitbeschäftigung sein könnte.

Nistkästen für die heimischen Vögel

Für die Vereinsmitglieder war der Vogel- und Naturschutz immer wichtig. Seit der Gründung wurden Nistkästen für die heimischen Vögel angebracht. 1923 fand ein Vortrag gemeinsam mit dem Obstbaumverein statt, um aufzuklären, «wie man den nützlichen Sängern ihr Dasein besser gestalten könne, damit diese nicht ganz der Ausrottung anheimfallen».

Also ein seit 100 Jahren aktuelles Thema. Heute unterhalten die Ornithologen immer noch 154 Nistkästen im Pieterlerwald. Im Winter wird an sechs Plätzen gefüttert. Immer am Pfingstmontag werden die Nistkästen kontrolliert, ob diese und durch welche Vogelart besetzt sind. Diese Arbeit wie das Reinigen der Nistkasten im Herbst sei immer wieder sehr interessant. Einmal springe eine Haselmaus aus dem Kasten oder Hornissen hätten sich ein geschütztes Nest gebaut.

Der Obmann der Abteilung Vogel- und Naturschutz ist Paul Niederberger. Er zählt jährlich auch die brütenden Schwalben. Die Vereinsmitglieder organisieren zusammen mit der Bernischen Vereinigung Vogel- und Naturschutz am Freitag, 11. Oktober, den Film «Natur – Vielfalt pur» um 20.00 Uhr im Mehrzweckgebäude Pieterlen.

Eigenes Vereinshaus 1995 eingeweiht

Eine erfolgreiche und stolze Geschichte für die Mitglieder der Ornithologen ist das 1995 eingeweihte Vereinshaus. In Fronarbeit und mit Unterstützung der örtlichen Handwerker wurde ein ehemaliger Pavillon einer Baufirma am Leugenenweg auf Land der Einwohnergemeinde neu aufgebaut. Unterhalb der Strassenbrücke und neben der SBB-Linie passt das Vereinshaus für die Aktivitäten des Vereines und kann auch für Familienfeste und Anlässe gemietet werden.

Für die Finanzierung des Vereinshauses wählten die Mitglieder eine moderne Methode. Sie gaben 400 Anteilscheine von je 100 Franken heraus, die mittlerweile alle zurückbezahlt wurden. Hier befindet sich der Klubraum mit Küche und Toiletten, die Werkstätte für den Vogelschutz, und vier Räume können für Kleintierhaltung zur Verfügung gestellt werden, wenn diese zu Hause nicht möglich ist. Heu kann im Klubhaus ebenfalls gelagert werden. Hier finden die legendären und immer gut besuchten Essen viermal im Jahr statt. Am 1. Freitag im März und im September wird Kaninchenrollbraten von den Gourmetköchen aufgetischt, am ersten Freitag im April und im Oktober Rindszunge. Beliebte Menus, die zu Hause nicht mehr so oft gekocht würden.

Die Vereinsmitglieder feiern das 100-Jahre-Jubiläum mit einer eintägigen Reise ins Berner Oberland. Es bleibt der Wunsch der Mitglieder des Ornithologischen Vereins Pieterlen im Jubiläumsjahr, dass sich vermehrt Männer und Frauen finden, die sich mit Freude für Natur- und Vogelschutz engagieren und die gemütliche Gemeinschaft im Verein teilen.

Kontakt: 076 701 17 59

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