Der Bürgerrat wird ab der kommenden Legislatur verkleinert. Neu soll er noch aus neun anstatt zwölf Mitgliedern bestehen. Die Mitglieder und der Präsident werden zudem künftig in einer stillen Wahl bestimmt, sollten nicht mehr Ämter zu vergeben als Kandidaten vorhanden sein. Diese Entscheide sind Bestandteil der Teilrevision der Gemeindeordnung von 1994, welche der Bürgerrat am Montagabend der Bürgergemeindeversammlung darlegte.

Auch die meisten Kommissionen müssen zukünftig mit einer verkleinerten Konstellation zurechtkommen. Der Grund dafür sei ein Schicksal, welches die Bürgergemeinde mit vielen Vereinen teilen würde. «Es ist nicht mehr so einfach, einsatzbereite und motivierte Leute für die Tätigkeit in den verschiedenen Kommissionen der Bürgergemeinde zu finden», begründete Bürgerratspräsident Franz Schilt die Massnahmen.

Die 51 anwesenden Stimmberechtigten hiessen die Teilrevision mit 48-Ja-Stimmen gut.

Keine guten Aussichten

Finanztechnisch stehen der Bürgergemeinde auch weiterhin keine rosigen Zeiten bevor. Die allgemeine Bürgerverwaltung schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 54'900 Franken, und die Forstwirtschaft steht – nach einer Senkung des Hiebsatzes von 6000 auf 4000 Kubikmeter – mit einem Minus von 43'340 Franken da. Die Schweizer Forstwirtschaft sei nach wie vor mit schwierigen Marktverhältnissen konfrontiert. Denn einerseits seien die Preise unter Druck und andererseits lasse die Nachfrage nach Holzprodukten nach wie vor zu wünschen übrig.» Dazu kommt, dass im laufenden Jahr die Bautätigkeit in der Schweiz rückläufig ist, was den Absatz im Steinbruch Firsi drückt», sagte Schilt.

Bereits zum zweiten Mal wurde daher auf die Sanierung des Forstweges im Staatswald verzichtet, um Kosten von 20'000 Franken einzusparen. «Langfristig kann dies aber keine Lösung sein, da die Regenfälle die Strassen beschädigen», erklärte Forstwart Patrik Mosimann. Und eine Totalerneuerung würde schlussendlich deutlich teurer ausfallen als der Unterhalt, so der Forstwart weiter. Für den Unterhalt und die Pflege der rund 37 km Wald- und 34 km Wanderwege muss die Bürgergemeinde alleine aufkommen.

Dazu kommen noch weitere Arbeiten wie zum Beispiel die Instandhaltung von Waldbrunnen und -bächen, Sitzbänken oder Weidmauern. Der Bürgerrat hat daher ein Kostendach von 60'000 Franken festgelegt, damit die Kosten nicht unbegrenzt steigen können. Zudem wurde das Gespräch mit der Stadt gesucht, um von der Einwohnergemeinde einen Beitrag von 15'000 Franken zu erhalten. Aufgrund der finanziellen Lage der Stadt ist dieser «Zustupf« jedoch höchst ungewiss.

Das Totalergebnis der laufenden Rechnung zeigt somit einen Aufwandüberschuss von 98'240 Franken. Nach Abschreibungen von rund 34 900 Franken resultiert noch ein Cashflow von 250'760 Franken. Das Investitionsbudget beinhaltet als einzigen Posten die Fassadenrenovation des Berghofes Untergrenchenberg, die mit 150'000 Franken zu Buche schlägt und deutlich tiefer ausfällt als die Investitionen der Vorjahre.

Zu schaffen machen der Bürgergemeinde auch Holzdiebstahl, Littering, Vandalismus und fehlendes Verständnis seitens der Bevölkerung. So wurde erst kürzlich Kritik am Einsatz von Laubbläsern laut. «Die Laubbläser werden nicht einfach zum Vergnügen der Forstwarte eingesetzt», sagte Schilt, «sondern zur Reinigung und damit Sicherung der Qualität unserer Wald- und Wanderwege.»

Sechs von sieben angenommen

Insgesamt 7 Gesuchdossiers mit 19 einbürgerungswilligen Personen gingen bei der Bürgergemeinde ein. Die Personen stammen aus Deutschland, dem Kosovo, Kroatien, Pakistan und der Türkei. Sechs Gesuche mit total 13 Personen waren von der Bürgergemeindeversammlung grossmehrheitlich angenommen worden.

Der Einbürgerungsantrag einer sechsköpfigen Familie war auf Anraten der Einbürgerungskommission sowie des Bürgerrates von der Versammlung einstimmig abgelehnt worden, da die Mindestanforderungen nicht gegeben seien. «Die Familie wird einerseits in Grenchen kaum wahrgenommen und hat andererseits nur oberflächliche Kenntnisse über unsere Stadt», erklärte Bürgergemeindeverwalter Renato Müller.