Modellflugtag Grenchen
Schweizermeister im Kunstflug stiehlt kleinen Flugzeugen die Show

Auch Isidor von Arx, frisch gebackener Schweizer Meister im Kunstflug, konnte am Modellflugtag in Grenchen begrüsst werden. Er sorgte für einen Auftritt in einem «richtigen» Flugzeug - aber auch kleine Flugzeugmodelle begeisterten das Publikum.

Andreas Toggweiler
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Isidor von Arx (links) wird von Flughafenchef Ernest Oggier interviewt. Fotos: Klaus Thomas

Isidor von Arx (links) wird von Flughafenchef Ernest Oggier interviewt. Fotos: Klaus Thomas

Klaus Thomas

Bei idealen Wetterverhältnissen fand am Sonntag auf dem Flughafen der jährliche Modellflugtag statt. Die (nicht immer) kleinen Flugzeugmodelle mit teilweise verblüffend vorbildgetreuem Flugbild vermochten einmal mehr ein grosses Publikum zu begeistern.

Diesmal hatten aber auch «richtige» Flugzeuge einen Auftritt, so die historische Dewoitine des Grenchner Vereins Hangar 31 oder aber das Einfliegen des Kunstflug Schweizermeisters Isidor von Arx in seiner 315 PS starken Extra 330. In Reichenbach (BE) war er letzte Woche als Sieger in der Kategorie «Unlimited» vom Platz geflogen und hatte sechs Konkurrenten hinter sich gelassen.

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«Ich komme langsam an», sagt der Egerkinger, der sich über den Erfolg freut, den er sich in 14 Jahren zähem Emporarbeiten bis zur höchsten Kategorie des Kunstflug-Zirkus erkämpft hat. Letztes Jahr wurde von Arx in der gleichen Kategorie Vize-Schweizer Meister. Er hat das Flugzeug, das dem Seeländer Unternehmer Christoph Meyer gehört, in Grenchen stationiert und trainiert auch regelmässig hier. Seit am Flugzeug ein lärmarmer Vierblattpropeller montiert wurde, hätten die Reklamationen bezüglich Fluglärm markant abgenommen. «Früher hatten wir regelmässig viele Telefone, heuer noch ein einziges», erklärt von Arx.

Insgesamt habe er etwa 20 Stunden am Himmel trainiert, erläutert von Arx, der im August auch an der Weltmeisterschaft in Frankreich teilgenommen hat. Dort müsse man allerdings gegen ein international äusserst starkes Feld antreten, beispielsweise gegen Profi-Piloten aus USA, Russland und Frankreich. Hier konnte von Arx auf Rang 42 von 58 Teilnehmenden fliegen. Als Amateur kann der hauptberufliche Informatiker von Arx nur in seiner Freizeit trainieren.

Dies mache er gerne in Grenchen, da er sich hier ideal an der 1 km langen Piste orientieren könne. Die Kunstflieger müssen ihre Akrobatik-Nummern nämlich innerhalb einer so genannten «Box» von 1 km Kantenlänge fliegen.

Nachdem er jetzt zumindest in der Schweiz die höchsten Kunstflug-Weihen erreicht hat, was sind seine weiteren Ziele? - «Man muss realistisch sein. Wenn es optimal läuft, könnte man auf internationalem Niveau bis in die Top 20 vorstossen. Der Trainingsaufwand ist allerdings enorm.»

Darum liebäugelt von Arx jetzt eher mit einem Wechsel in die Freestyle Kategorie.