Schutz und Retttung Grenchen

Schwarzer Peter und Degradierung für den Kommandanten

Remo Schneider muss sein Amt als Kommandant schon wieder aufgeben.

Remo Schneider muss sein Amt als Kommandant schon wieder aufgeben.

Starker Tobak für den Kommandanten von «Schutz & Rettung Grenchen» Remo Schneider. Kaum gestartet, wird «Schutz & Rettung» wieder verworfen. Das hat der Grenchner Gemeinderat am Dienstagabend entschieden.

Der Gemeinderat hat als sofort greifende Massnahme beschlossen, die erst 10 Monate alte Dachorganisation von Zivilschutz, Feuerwehr und Rettungsdienst zu verwerfen und die städtischen Sicherheitsdienste Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Rettungsdienst in eine neue Organisationseinheit zu überführen, die «Sicherheits- und Bereitschaftsdienste der Stadt Grenchen». Leiter wird Stadtpolizeichef Robert Gerber. «Damit sollen die städtischen Sicherheitsdienste eine engere Zusammenarbeit pflegen und die vorhandenen personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen optimal koordinieren und einsetzen», heisst es in einer Medienmitteilung.

Remo Schneider behält seine Arbeit als Zivilschutzkommandant, die Enttäuschung bei «Schutz & Rettung» allerdings ist gross. Dem Entscheid vorangegangen war ein mehrmonatiges Coaching, respektive eine Überprüfung. Bereits kurz nach dem Start von «Schutz & Rettung» traten erste Schwierigkeiten auf, einerseits aufgrund von nicht abschliessend geregelten Organisations- und Zuständigkeitsfragen und andererseits wegen personell bedingter Konflikte, wird begründet.

«Ein Zusammenschluss von Feuerwehr, Zivilschutz, Ambulanz- und Rettungsdienst und Polizei zu einer Organisationseinheit unter der Leitung des Polizeikommandanten wird zur Verbesserung der Führbarkeit beitragen», zeigt sich Stadtpräsident Boris Banga in der Medienmitteilung überzeugt. Die neue Organisationsform könne aber durchaus provisorischen Charakter haben.

Heilpädagogik bewährt sich

Jacqueline Bill (Geschäftsleitung Schulen Grenchen) informierte den Gemeinderat ausserdem darüber, wie sich die versuchsweise Einführung der Speziellen Förderung im Kindergarten, welcher vor einem Jahr zugestimmt wurde, bisher bewährt hat. Man habe kleine, wichtige Schritte gemacht, bis Mai 2012 führten die Heilpädagoginnen insgesamt 42 (bei 271 Kindern) Fälle, zitierte Bill aus dem Bericht an den Gemeinderat. Die Zusammenarbeit mit den sechs Heilpädagoginnen werde von den Lehrerinnen als bereichernd und entlastend empfunden.

Nicht zufrieden zeigte sich Sibylle Probst. Die SVP-Fraktion habe mehr erwartet vom Zwischenbericht im Hinblick auf ein Gesamtkonzept Spezielle Förderung aufs Schuljahr 2014/2015. «Wir vermissen griffigere Ergebnisse.» Clivia Wullimann (SP) entgegnete entrüstet, dass man nach einem Jahr keine technokratische Analyse erwarten könne. Das brauche Zeit, räumte auch Aldo Bigolin (FDP) ein, ebenso Urs Wirth (SP), der den Nutzen des niederschwelligen Angebotes herausstrich. Andreas Kummer (CVP) stützte die SVP zwar in ihrer Wahrnehmung, dass der Bericht zu wenig konkret ausfalle, meinte aber, eine Analyse brauche wohl wirklich mehr Zeit. Auf eine Frage von Jacqueline Bill meinte Kummer, dass es durchaus möglich gewesen wäre, an einem Beispiel eines Schülers den Nutzen exemplarisch aufzuzeigen.

Die SVP blieb bei der Meinung, dass der vorliegende Bericht zu wenig aussagekräftig sei. Jacqueline Bill erklärte abschliessend, dass die folgenden Berichte sicherlich mehr Schlüsse zulassen werden, dass man sich aber auch vor voreiligen Schlüssen hüten müsse. So spielten bei der Bewertung der Speziellen Förderung weit mehr Faktoren eine Rolle, als beispielsweise, wie viele Kinder im einzelnen Jahr in eine Einführungsklasse überwiesen werden. Bill sprach aber auch von Herausforderung. Diese werden unter anderem beim hohen Anteil fremdsprachiger Kinder (59,4 Prozent) und der Integration verschiedener Kulturen geortet.

Investitionen zahlen sich aus

Erfreut zeigten sich die Fraktionen über den Bericht über die Fremdwasserentwicklung der Stadt Grenchen. Seit 1980 konnte dank diverser Investitionen Frischwasserableitungen die Fremdwassermenge von 236 Litern / Sekunde auf 2010 noch 22,8 Liter / Sekunden reduziert werden. So bewegen sich die Betriebskosten für die Stadt heute in einem vernünftigen Rahmen, wie Finanzverwalter David Baumgartner ausführte.

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