Grenchen
Schutz & Rettung Grenchen steht erneut am Pranger

Remo Schneider, der Chef der Dachorganisation Schutz & Rettung Grenchen, gerät wegen Differenzen in «Diskussion» mit der Gebäudeversicherung. Er will das neue Logo nicht an den Fahrzeugen anbringen.

Patrick Furrer
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Kleine Ursache – grosse Wirkung: Das neue Logo von «Schutz & Rettung» sorgt für Diskussionsstoff.

Kleine Ursache – grosse Wirkung: Das neue Logo von «Schutz & Rettung» sorgt für Diskussionsstoff.

Oliver Menge

Die neue Blauchlichtdachorganisation «Schutz & Rettung Grenchen» steht nicht zum ersten Mal in der Kritik. Ein Vorstoss der SVP fordert bereits, dass man Feuerwehr, Rettungsdienst und Zivilschutz wieder als eigenständige Abteilungen führt und die neue Organisation auflöst. «Gefeuert» wird in erster Linie gegen den Kommandanten von «Schutz & Rettung» Remo Schneider. Missbilligt wird sein angeblich zu bestimmter Führungsstil, und auch der Finanzhaushalt wird hinterfragt.

Nun gerät Schneider erneut ins Schussfeld seiner Kritiker: Weil die neue Beschriftung respektive das Logo an den Fahrzeugen nicht den Vorstellungen der kantonalen Gebäudeversicherung (SGV) entspricht, welche die Dienstfahrzeuge mit einer Beteiligung von bis zur Hälfte mitfinanziert, wurde Grenchen angeblich mit einem Zahlungsstopp gedroht. Kleine Ursache - grosse Wirkung: Bei der SGV ist die Angelegenheit bis auf Direktionsebene gelangt.

Nicht wie verlangt wieder entfernt

Darum geht es im Detail: Für die Dachorganisation «Schutz & Rettung Grenchen» wurde ein neues Logo entworfen (siehe Bild). Darauf wurden alle drei Dienste berücksichtigt - Ambulanz (Äskulapstab), Zivilschutz (Dreieck) und Feuerwehr (Schlauch, und auch der Name der neuen Organisation steht darauf geschrieben.

Das passt allerdings nicht zu den Vorgaben der SGV, denn auf Feuerwehrfahrzeuge gehören nur «feuerwehrbezogene Schriftzüge und Sujets» und Angaben wie Ortsname, Gemeindewappen und Bezeichnung der Feuerwehr. Wie Paul Haus, kantonaler Feuerwehrinspektor, auf Anfrage erklärt, hätten die Aufkleber in Grenchen längst entfernt werden müssen. «Wir hatten lediglich für den Startanlass der Organisation eine Ausnahmeerlaubnis erteilt.» Das Bild ist offenbar zu gross, der Schriftzug nicht feuerwehrbezogen genug.

Doch bis heute prangt das unerwünschte Logo von den Fahrzeugen. Eigentlich wäre ein Entgegenkommen der Gebäudeversicherung möglich. Doch - führt Paul Haus aus - auf Kompromissvorschläge der Gebäudeversicherung wurde bisher nicht eingegangen. «Wir finanzieren die Fahrzeuge mit und wollen daher auch mitreden», stellt er klar. Das sieht auch das Gesetz vor. Die Logos entsprechen nach Meinung von Paul Haus nicht den Vorstellungen der kantonalen Gebäudeversicherung. Der Feuerwehrinspektor will aber nicht von Streit reden. Man führe nur «Diskussionen». Das Gerücht, dass die Gebäudeversicherung Gelder zurückhalten könnte, sei ausserdem falsch. Nun liege der Ball wieder bei «Schutz & Rettung Grenchen.»

Ausgang ist noch offen

Remo Schneider, der Kommandant «Schutz & Rettung Grenchen», reagiert auf Anfrage betroffen. Er sei überrascht, dass die Geschichte in dieser Phase an die Öffentlichkeit gerate. Es handle sich immerhin um einen laufenden Prozess. «Die Verhandlungen mit der Gebäudeversicherung sind noch nicht abgeschlossen. Es liegen drei Kompromissvarianten vor, und der Projektsteuerungsausschuss wird demnächst eine Sitzung zu dem Thema haben.»

Alain Rossier, Direktor der Solothurnischen Gebäudeversicherung, bestätigt, dass die SGV mit «Schutz & Rettung Grenchen» weiterhin in Verhandlungen steht. Sicher sei, dass die bestehenden Aufkleber nicht an den Fahrzeugen bleiben können. Ebenso, dass einer der drei Variantenvorschläge akzeptiert werden muss: Entweder werden die Aufkleber nur auf Fahrzeugen angebracht, die die Gemeinde alleine finanziert, oder das Logo wird in kleinerer Form neu angebracht, oder es wird das heutige Gemeindewappen auf den Fahrzeugen ersetzen.

Ausnahmsweise eine Beteiligung

Letzterer Vorschlag könnte es Insidern zufolge schwer haben, da ein Überkleben des Gemeindewappens von operativer wie politischer Seite wenig erwünscht sein dürfte. Am wahrscheinlichsten dürfte Variante 1 mit dem redimensionierten Logo sein. Daran würde sich die Gebäudeversicherung nämlich ausnahmsweise sogar beteiligen. Eine Beteiligung, die rechtlich ebenso wenig vorgesehen ist wie die jetzigen Logos von «Schutz & Rettung Grenchen.»