Grenchen
Schüler laden Kaminski-Kids Autor ein

Mit einer Aktion des Schulhaus Kastels in Grenchen werden Veranstaltungen angeboten, an denen Autoren den Schülerinnen und Schülern aus ihren Büchern vorlesen.

André Weyermann
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Kaminski-Kids Autor Carlo Meier inmitten von Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Kastels. (Bild: André Weyermann)

Kaminski-Kids Autor Carlo Meier inmitten von Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Kastels. (Bild: André Weyermann)

Spannung pur herrschte in der Aula des Schulhauses Kastels, als Carlo Meier, Autor der spannenden Kriminalgeschichten um die Kaminski-Kids, den Schülerinnen und Schülern vorlas. Im Abenteuer «Der Selfie-Betrüger» gerät Simon, das älteste der Kaminski-Geschwister, arg in die Klemme. Er hat sich zwar gut auf die grosse Mathe-Prüfung vorbereitet. Doch sein Banknachbar schiebt ihm ein Handy mit den Lösungen der Aufgaben unter, als der Prüfungsaufseher naht. Alles spricht gegen Simon – erst recht, als das Handy, das am kommenden Tag von der Polizei entsperrt werden sollte, nachts aus der Schule geraubt wird. Simon hat kein Alibi für die Tatzeit. Nun werden ihm auch noch Einbruch und Diebstahl zur Last gelegt. Da fällt den Kids ein, dass ja jemand die Lösungen auf das Handy geschickt haben muss. Sie haben auch schon einen Verdacht, wer das gewesen sein könnte. Doch dieses Mädchen ist plötzlich spurlos verschwunden – und kann somit auch nicht zugunsten von Simon aussagen. Die Kids machen sich auf eine verzweifelte Suche nach ihr.
Die Zuhörenden lauschen gebannt den Ausführungen von Carlo Meier, als dieser die Sequenz vorträgt, in welcher der wahre Schuldige Kevin zusammen mit seinem Kumpel Kai das belastende Handy aus dem Zimmer des Schulleiters stehlen will. Die beiden gehen dabei äusserst profihaft vor, und trotzdem wird das Unterfangen keineswegs zu einem Spaziergang.

Dem Autor selber auf den Zahn fühlen

Die Schülerinnen und Schüler haben sich offenbar gut auf die Lesung vorbereitet, denn sie löcherten den Autor nur so mit Fragen, welche dieser bereitwillig beantwortete. So erfuhr man zum Beispiel, dass Carlo Meier von seiner Schreibkunst durchaus leben kann, dass er 10 Prozent vom Verkaufserlös erhält und dass er kaum unter einer Schreibblockade leidet, da er meist parallel an verschiedenen Projekten arbeitet. Selber hat er als Kind kaum gelesen, erst als Jugendlicher hat ihn diese Passion gepackt. Carlo Meier, 1961 geboren, lebt in Zug, ist verheiratet und hat drei Kinder – seine Testleser. Der Autor erhielt für seine Jugendkrimis, Romane und Drehbücher zahlreiche Auszeichnungen. Aus seiner Feder stammt auch ein Drehbuch für die TV-Serie «Tatort».

Die Kinder- und Jugendbücher in seiner Reihe «Die Kaminski-Kids» werden von Jugendwerken empfohlen und in Schulen eingesetzt. Der Autor wurde zu Lesungen in bisher über 2000 Schulklassen von Hamburg bis St. Moritz eingeladen. Die Kids sind auch als Musical erfolgreich und haben einen eigenen Youtube-Kanal. Als akribischer Rechercheur sucht er auch immer wieder den Rat von Fachleuten (Polizei, Pädagogen, Präventionsexperten etc).

Lieber Live-Lesungen als Bücher kaufen

Die Veranstaltung mit Carlo Meier ist eingebettet in einen ganzen Zyklus von Autorenlesungen, welche das Schulhaus Kastels den Primarschülern angeboten hat und noch anbieten wird. Neben Carlo Meier wurden auch Bilderbuchautor Lorenz Pauli sowie der Autor und Comiczeichner Franz Zumstein engagiert.

Ausgelöst wurde die Aktion durch eine private Spende an die Schulbibliothek. Zuständig für diese ist Stephan Saner: «Wir haben dann entschieden, dass es nachhaltiger ist, die Kinder mit Autorenlesungen zu konfrontieren, als ein paar Dutzend Bücher anzuschaffen.» Dank weiterer Zuwendungen, insbesondere vom Kanton, konnte das Projekt dann auch realisiert werden.