«Wir hatten dieses Jahr gerade noch knapp genug Platz für die Studierenden», erklärt Schuldirektor Michael Benker. Am Standort Grenchen befindet sich die berufsbegleitende Ausbildung und hier hat sich die Zahl der Studierenden in den letzten drei Jahren quasi verdreifacht. «Die Schule ist 2013 mit 42 Studenten gestartet, 2014 waren es 62 und diesen Frühling 111», beziffert Benker den Boom.

Damit habe sich die Schule gut etabliert. Generell sei ein grosses Interesse an Ausbildung von Berufsleuten feststellbar, so Benker weiter. «Insbesondere die exportorientierte Industrie ist aus Wettbewerbsgründen zunehmend auf gute Fachleute im Bereich Automation und Produktionstechnik angewiesen.» Die Konfiguration der berufsbegleitenden Ausbildung entspreche offenbar den Bedürfnissen von Industrie und Studenten. «Oft realisieren diese im Auftrag ihres Arbeitgebers ein internes Projekt als Diplomarbeit.» Die Studierenden werden dafür von der Firma direkt (Übernahme der Studiengebühren) oder indirekt mit Zeitgutschriften unterstützt.

Beleg für Einsatzwillen

Wer bereit sei, während dreier Jahre viele Feierabende und Samstage für die Ausbildung einzusetzen, gelte als belastbar und beweise, dass er oder sie bereit sei, Aussergewöhnliches zu leisten. Formell müsste jemand während der Ausbildung mindestens zu 50 Prozent arbeiten. «Die meisten arbeiten aber 80 oder sogar 100 Prozent.», so Benker. Die Studiengänge umfassen die Fachrichtungen Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau und Unternehmensprozesse. 

In Biel lässt sich die Ausbildung Maschinenbau und Systemtechnik übrigens auch im Vollzeitstudium während zweier Jahre absolvieren. Der Praxisbezug wird ebenfalls mit Diplomprojekten in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sichergestellt. «Praxisnähe ist für unsere Schule ein sehr wichtiges Kriterium», betont Benker. Nicht selten werden die Firmen, für welche Diplomarbeiten erstellt werden, die neuen Arbeitgeber der Absolventen. «Als einziger Vollzeit-Lehrgang Technik sei er ein «Leuchtturm-Projekt» für den Kanton Bern. Was diesen allerdings nicht hindert, die Sparschraube anzuziehen. «Wir wurden angehalten, im Rahmen des gegenwärtigen Sparprogramms eine Million einzusparen», so der HFTM-Direktor.

Roboter-Turnier am 20. Juni

Insgesamt hat die HFT rund 300 Studierende in 13 Klassen und 70 Dozenten in Teilzeitpensen. Das Budget beträgt inklusive Beiträge der Studierenden rund 8 Mio. Franken. Mit rund 1500 Franken sind übrigens die Semestergebühren (berufsbegleitend) eher moderat. Absolventen können übrigens prüfungsfrei an einer Fachhochschule weiterstudieren.

Was ist zurzeit an Studiengängen besonders im Trend? «Nebst den erwähnten Skills für Automatisierung und Robotik sind zurzeit Weiterbildungen für Elektroinstallateure in Energietechnik und Gebäudeautomation sehr gefragt», meint Benker. Hier mache sich die Energiewende auch in der HFTM bemerkbar.

Weiter bekannt macht sich die Schule derzeit vor allem mit Testimonials von Absolventen, aber auch mit Veranstaltungen wie den öffentlichen Ausstellungen von Diplomarbeiten oder dem «Solidus»-Cup für Lernende. Am 20. Juni wird in Biel nämlich ein Fussballturnier für Roboter durchgeführt. Dabei kann man die «Robotinos» mit einer Fernbedienung lenken und HFTM-Studenten geben einen Einblick in die dahinterliegende Technik.