«Es ist meine Erfindung», sagt Diego und zeigt auf die Zeichnung, die mit weissem Farbstift auf das grosse schwarze Papier übertragen ist. Dem Clown wurde noch eine Zunge verpasst. Dafür verantwortlich sind Vladislav, Matthias und Sladan. Die vier Schüler der 5h im Halden beugen sich über ihren Entwurf und bringen Verbesserungen an. Die Arbeit haben sie vor einer Woche begonnen. Ihr Werk wird auf einen Holzrahmen aufgezogen und am schmutzigen Donnerstag von mutigen und kräftigen Schülern am Fackelumzug durch die Stadt getragen.

Ardita, Nadine, Kim und Seline werken an zwei Pulten, die zusammengeschoben wurden. Das Sujet ist ähnlich wie bei ihren Klassenkollegen. «Kann ich jetzt hier durchschneiden?», erkundigt sich Kim beim Lehrer und weist ihn auf eine gezeichnete Linie hin. «Schaut auf die Verbindungsstellen», bremst der Lehrer das Vorhaben, denn «fort ist fort», schiebt er nach. Wenn zwei Flächen aufeinandertreffen, die auf der Laterne unterschiedliche Farben aufweisen sollen, muss ein Streifen am Papier ausgespart werden. Hier lassen sich die Teile, die mit buntem, transparentem Papier unterlegt werden, zusammenkleben.

Knifflige Arbeit

Die Anforderungen an das Vorstellungsvermögen der jungen Menschen sind beachtlich. «Wir haben schon improvisiert», berichten die Schülerinnen, lachen und vergleichen die Vorlage mit der vollendeten Zeichnung. Im Schulzimmer hängen Arbeiten mit Sonnenblumen und herbstlich gefärbten Bäumen. Martin Caccivio unterrichtet an diesem Morgen die Hälfte der Klasse.

Die andern Schüler werden am Nachmittag ihre Entwürfe weiterentwickeln und auf schwarze Papierbogen übertragen. «Es ist für die Schüler eine interessante, aber auch knifflige Arbeit», äussert er sich und betont, dass die Zusammenarbeit in den drei Vierergruppen wichtig sei und gefördert werde. Caccivio, der seit 36 Jahren im Schulhaus Halden unterrichtet, sieht in der Arbeit seiner Schüler verschiedene sinnvolle Lernziele. «Zudem ist das Fertigen der Laternen ein Beitrag an die Kultur unserer Stadt», ergänzt er mit Überzeugung.

Laternen werden ausgestellt

Luca, Alex, Marcel und Dominik diskutieren über die Hosenträger, die bei ihrer Gestalt farbig hervorgehoben werden sollen. Bald müssen die Kunstwerke vollendet sein. Markus Altermatt wird mit seinen Schülern im Schulhaus Eichholz die Bilder auf Holzrahmen aufziehen und die Laternen fertigstellen. Daniel Stephani als Koordinator verrät, dass die Laternen aller beteiligten Klassen schon vor den Sportferien im Schaufenster der ehemaligen Innovation zu sehen sind. Nachdem sie am schmutzigen Donnerstag durch die Strassen der Uhrenstadt getragen werden, werden sie noch bis zum Ende der Fasnacht im erwähnten Ausstellungsraum verbleiben.

Stephani, der im Zimmer neben Caccivio unterrichtet, hofft, dass sich auch in Zukunft genügend Lehrkräfte für diesen Brauch interessieren und ihre Schüler in der Vorfasnachtszeit zum Laternenmachen begeistern.