An einen Filmklassiker, der noch kaum je auf schweizerischen Amateurbühnen zu sehen war, wagt sich die Schopfbühne in ihrer neuesten Produktion «Ladykillers». Und das Unterfangen klappt prächtig, wie die Vorpremiere aufzeigte. Das lag einerseits an einem präzisen, spielfreudigen Ensemble, andererseits aber auch an Regisseur Peter E. Wüthrich.

Dieser hat dem Original-Drehbuch von William Rose und Andreas Fischer nämlich eine Frischzellenkur verabreicht. Und zwar so, dass der feine englische Humor stets spürbar bleibt.

Witzige Dialoge (aber keine Schenkelklopfer) und etliches an Situationskomik ziehen sich durch das ganze Stück. Dazu integrierte Wüthrich einige gelungene Regieeinfälle, vornehmlich akustischer Natur, die auch jene Szenen gut nachvollziehbar machen, welche sich ausserhalb der beiden sichtbaren Zimmer abspielen.

Wir befinden uns in London. Professor Marcus plant mit seinen drei Kumpanen einen dreisten Coup auf einen Geldtransporter. Als Streichquartett getarnt, mietet sich die Band bei Mrs. Wimmerforce ein. Die ältere Dame und ihre quirligen Freundinnen machen es mit ihrer Neugierde und ihrer Fürsorge allerdings nicht leicht, den ach so genialen Plan in die Tat umzusetzen.

Der Überfall gelingt zwar, die prinzipientreue Hausbesitzerin jedoch deckt das Ganze auf und muss zum Schweigen gebracht werden: Ausgangspunkt für ein dramatisches, wendungsreiches Finale.

Die Vorpremiere war eine runde, flüssige Angelegenheit, auch wenn dem Regisseur (aber wohl nur ihm) noch die eine oder andere Ungereimtheit aufgefallen ist.

Glaubwürdiges Spiel

Pia Schild entzückt als die etwas in die Jahre gekommene, aber hellwache Hauptperson mit viel Verve und Authentizität. Beatrice Brühlmann besticht durch eine exaltierte Darstellung ihrer Freundin Gwendolyn Livingstone. Alexandra Hauser mag als immer zu einem Flirt bereite Tochter Rebecca ebenso zu gefallen, wie ihre etwas zurückhaltendere Schwester Shirley (Elly Suter). Giuseppe Graziano macht als Bandenchef Professor Marcus eine gute Figur.

Ihn nimmt man seine Verschlagenheit und sein Improvisationsvermögen jederzeit ab. Herrlich distinguiert gibt Robert Koch den zwar vordergründig zuvorkommenden, aber ebenfalls zu allem bereiten Major Claude Courtney. Bruno Meier interpretiert den etwas einfältigen Ganoven Bill Cox mit wenig Worten, dafür aber mit aussagekräftiger Mimik und Gestik. Stark auch Philipp Gertsch, der dem Vierten im Bunde, dem harten Gangster Louis Harvey, ein äusserst glaubwürdiges Gesicht verleiht.

Beat Jeannerat schliesslich nimmt man den typisch englischen «Bobby» Sergeant McDonald, der sich die Launen der älteren Damen gerne mit einem Schuss Sherry versüsst, jederzeit ab. In weiteren Rollen sind ein sprechender Papagei sowie Louise Culmone, Gitti Buser, Claudine Henzi, Katharina Wyssen, Christine Cslovjecsek, Andrea Durand, Marjo Swager van Dok, Betty Stutz und Lilian Jeannerat zu bewundern. Für jene, die das Stück kennen, ist es spannend mitzuerleben, wie das Ganze aufgelöst wird. Für die Übrigen gilt dasselbe einfach in etwas erhöhtem Masse.

Auf jeden Fall dürfen sich Zuschauende auf einen amüsanten, kurzweiligen Abend freuen.


Nächste Vorstellung: Samstag (20 Uhr). Weitere Vorstellungen und Ticketing: www.schopfbühne.ch