Weil die Grenchner Fasnacht dieses Jahr in die Ferien fällt, sorgen sich die Organisatoren momentan zwar noch um die Planung einiger Anlässe. Erstmals dauern die Sportferien in der Stadt zwei statt einer Woche. Es bleibe aber noch genügend Zeit bis zur Narreteiwoche vom 7. bis 13. Februar, sagt Obernarr Thomas Meister im Gespräch – verloren sei noch nichts.

Im Vordergrund stünde momentan die Vorfreude auf die Fasnacht – eine Fasnacht, welche die letzte in ihrer jetzigen Form sein wird: Wie einschlägig schon bekannt, schwebt der Vereinigten Fasnachtszunft (VFZ) Grenchen ein Ausbau der Fasnacht vor. Dies, um dem schwindenden Interesse der Öffentlichkeit entgegenzuwirken. Die Umsetzung war ursprünglich für 2013 geplant, aber auch hier kam den Fasnächtlern die neue Ferienregelung in die Quere. «Wenn wir mit der neuen Fasnacht starten, dann wollen wir das unter guten Voraussetzungen machen, und nicht, wenn die Hälfte der Leute in den Ferien ist», erklärt Thomas Meister.

Worum es geht: Die Vision für die zukünftige Grenchner Fasnacht sieht unter anderem die Vergrösserung der Guggennight vor, an der künftig (im besten Fall) zwischen 20 und 30 Gruppen auftreten sollen. Auf dem Zytplatz wird ein Festzelt, nebenan und vor der «Titanic» Bühnen aufgestellt. Weiter ist ein Nachtumzug geplant, quasi eine kleine Variante des grossen Umzugs, aber am Abend des Schmutzigen Donnerstags, mit beleuchteten Wagen. Man wolle eine Trendwende einläuten, sagt Thomas Meister. Obwohl die Pläne ambitioniert sind, ist er guten Mutes. «Die Idee der Guggennight etwa kam von der Basis, aus den Guggen selbst. Das stimmt mich sehr zuversichtlich.»

Baracoa wird zum Zunftlokal

Fast zufällig kam es, dass die «Vision 2014» seine allerersten Schritte schon dieses Jahr macht: Die Stammzunft Meisters – die Faschingszunft – verlässt ihr Stammlokal im «Parktheater» und zieht ins «Baracoa» um. So weit kam es, nachdem man zwei Mal versetzt worden sei, sagt Thomas Meister – einmal wegen eines Missverständnisses, und ein zweites Mal, als Restaurantchef Nicolas Gougain freigestellt wurde (wir berichteten), und der vereinbarte Termin platzte.

Also entschied die Faschingszunft, ihren Standort ins Zentrum zu verlegen. «Ein strategischer Entscheid», erklärt Meister, «da wir die Bettlachstrasse ohnehin wiederbeleben wollen.» Somit führt die Faschingszunft ein eigenes Fasnachtslokal mitten «im Kuchen», das unter dem Motto «Die Technologiestadt im Grünen» stehen wird. Entlang der Fenster wird ein spezieller Veranstaltungskalender platziert, der sich mit dem Thema Uhren auseinandersetzt. Die restlichen Anlässe bleiben, nach Absprache mit dem neuen Restaurantleiter, im Parktheater. Dazu gehören der Kinderball, der Plausch und die Goschennight.

Kredite oder die Wand streichen

Ansonsten wird von den Ausbauplänen dieses Jahr noch nicht viel zu spüren sein. Das Programm gestaltet sich wie üblich, mit dem Hilari am kommenden Sonntag, der Chesslete am Schmutzigen Donnerstag und dem Umzug am Fasnachtssonntag. Die Vorbereitungen bei Wagenbauern und Guggenmusiken laufen auf Hochtouren.

Noch vor dem Hilariabend wird am Samstag das traditionelle Fasnachtsdenkmal auf dem Marktplatz aufgestellt und enthüllt. Das Sujet kennt auch Meister noch nicht. Für Hilari selbst und die Machtübernahme der Stadtregierung durch die Narren drückt er sich ausserdem noch in Rätseln aus: «Wegen der Streichungen im Budget der Stadt geben wir dem Stadtpräsidenten für seine freie Woche eine Aufgabe, das Budget wieder zu entlasten.» Das werde «eine farbige» Angelegenheit, sagt der Obernarr.