In der Region setzte sich ein Komitee für Grenchen Süd ein. Stadtpräsident François Scheidegger ist denn auch zufrieden, dass das Bundesamt für Verkehr die Stimmen aus Grenchen gehört hat. «Einerseits war auch dort klar, dass eine Streichung des Schnellzugshaltes in Grenchen keine ernsthafte Option sein konnte, anderseits hat es den Aufbau von Druck eben auch gebraucht. Diesen Druck haben wir gemacht und auch immer aufrechterhalten.»

Es habe diverse Schreiben der Gemeinden nach Bern gegeben, auch das kantonale Amt für Verkehr habe sich für das Anliegen eingesetzt. «Und nicht zuletzt haben wir 10'000 Unterschriften gesammelt.» Die Mobilisierung sei also gelungen.

Und Scheidegger lässt durchblicken, dass man auch noch weitere Pfeile im Köcher gehabt hätte: politische Vorstösse, Aktionen beim Bahnhof, bis hin zu einer Unterschriftenübergabe mit Demo in Bern. «Denn es war deutlich spürbar, dass die Bevölkerung geschlossen hinter dem Anliegen steht.»

Einsatz einer ganzen Region

Erwin Fischer (Lengnau), Präsident des Handels- und Industrievereins Grenchen und Umgebung (IHVG), zeigt sich sehr erfreut von der Neuigkeit aus dem Bundesamt für Verkehr. «Das tönt sehr positiv und auch definitiv», so der Wirtschaftsvertreter. Damit zeige sich, dass sich der Einsatz einer ganzen Region gelohnt habe. «Die Kantonsgrenzen spielten keine Rolle, Wirtschaftsbetriebe und Gemeinden aus beiden Kantonen haben sich engagiert für den Bahnhof Grenchen Süd. Umso schöner, dass wir jetzt auch einen Erfolg sehen und etwas bewegen konnten.» Denn das Anliegen eines Fernverkehrsanschlusses sei für die regionale Wirtschaft von unschätzbarer Bedeutung.

Auch Bettlachs Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut machte im Unterstützungskomitee «Ja zum Bahnhof Grenchen Süd» an vorderster Front mit. «Meine Freude ist riesig», sagt Leibundgut. Sie habe auch nicht erwartet, dass SBB und BAV auf das Anliegen so rasch reagieren.

Die Petition sei ein Musterbeispiel der Solidarität in der Region. «Laufend habe ich Unterschriftenbogen erhalten und gesehen, dass sich die Leute aktiv engagieren und selber Unterschriften sammelten. Es ist eine richtige Volksbewegung entstanden.»
Das Komitee mit Leibundgut, Scheidegger und Lengnaus Gemeindepräsident Max Wolf an der Spitze konnte zahlreiche Persönlichkeiten, darunter sechs Bundesparlamentarier, 42 Kantonsräte, diverse Gemeindeoberhäupter und auch Firmen wie Breitling, ETA und Velodrome, hinter sich vereinigen. Dazu kamen zahllose Unterschriften auf Papier und im Internet ein.