Wintersport

Schneeschuhwandern ist beliebt: Seit 15 Jahren gibt es auf dem Grenchenberg offizielle Trails

Freiwillige von Grenchen Tourismus unterwegs auf dem Grenchenberg, um die Schneeschuhtrails zu markieren: Von links Ernst Viktor Bühler, Monika Lauber, Jacqueline Gut, Hansruedi Kronenberg und Christoph Speiser.

Freiwillige von Grenchen Tourismus unterwegs auf dem Grenchenberg, um die Schneeschuhtrails zu markieren: Von links Ernst Viktor Bühler, Monika Lauber, Jacqueline Gut, Hansruedi Kronenberg und Christoph Speiser.

Im Weiss des Schnees gilt es, auf dem Grenchenberg nach Tafeln in Pink Ausschau halten. Diese markieren die Schneeschuhtrails. Es sind momentan die einzigen offiziellen Routen im Kanton Solothurn.

Geschäftiges Tun auf dem Fuchsboden des Grenchenbergs: Stangen, Wegweiser und Blachen werden ausgeladen, Werkzeuge werden in Rucksäcke gepackt, sogar ein Vorschlaghammer wird behändigt. Es ist Spätherbst. Eine Gruppe von Freiwilligen des Vereins Grenchen Tourismus macht sich auf, einen Trail für das Schneeschuhwandern zu markieren. Heute steht die Strecke vom Fuchsboden um die Egg bis zur Längschwang auf dem Programm. Alles muss rechtzeitig bereit sein, bevor der erste Schnee fällt, was inzwischen schon passiert ist.

Schneeschuhwandern ist en vogue

Der Wintersport hat auf dem Grenchenberg seit vielen Jahrzehnten Tradition. Der Skilift und der Slalomhang sind weitherum bekannt. Sogar eine Sprungschanze gab es einst unweit des Obergrenchenbergs, bei der die Wagemutigen weit in den Steilhang des Augstengrabens hinunterspringen konnten. Viele Jahre wurden zudem Langlaufloipen gespurt. Seit neuestem wartet auf dem Untergrenchenberg ein Anfängerskilift auf die kleinen und grösseren Wintersportler.

Das Wandern mit Schneeschuhen ist en vogue. Seit 15 Jahren gibt es auf dem Grenchenberg ein entsprechendes Angebot mit ausgeschilderten Trails. Es sind momentan die einzigen offiziellen Routen im Kanton Solothurn. Dahinter steckt Grenchen Tourismus und viel Engagement von freiwilligen Helfern. Angeführt wird die ehrenamtliche Gruppe von Christoph Speiser. Er ist Mitglied des Vorstands und Leiter der Winteraktivitäten von Grenchen Tourismus. Als begeisterter Naturfreund ist er gerne draussen aktiv.

Rund 200 Pfähle werden eingeschlagen

Die Signalisierung der Schneeschuhtrails ist ein hartes Stück Arbeit. Der karge Waldboden bietet nur wenig Humus über dem Kalkgestein, sodass das Einschlagen der rund 200 Markierungspfähle oft mühsam ist. In den Waldstücken werden zur Signalisation der Strecke Blachen aufgespannt. «Da wissen wir am Abend jeweils, was wir gemacht haben und können gut einschlafen», schmunzelt Christoph Speiser. Nicht weniger als vier bis sechs Arbeitstage mit mehreren Personen sind im Herbst jeweils notwendig, um die Trails auszustecken.

Die Signalisation der Trails ist in pinker Farbe gehalten, was eine nationale Norm ist. Tatsächlich leuchten die Routen der Schneeschuhtrails in der App «Schweiz mobil» pink auf der Landeskarte auf. Zwei der vier Strecken auf dem Grenchenberg wurden in dieser App aufgenommen, nämlich die Routen «Fuchsboden» und «Wandfluh» mit den Nummern 211 und 212. Zusammen mit den Trails «Gländerwägli» und «Freiberger» sind auf dem Grenchenberg vier Strecken mit einer Gesamtlänge von rund 20 Kilometern ausgesteckt. «Die Routen sind mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar und untereinander vernetzt, sodass man überall ein- oder aussteigen kann», erklärt Christoph Speiser.

Im Frühling kommt alles wieder weg

Fünf Tafeln geben beim Stierenberg, Wäsmeli, Unter- und Obergrenchenberg sowie Längschwang eine Übersicht über das Gebiet und die Trails. Dort ist jeweils auch QR-Code für Twint zu finden, über den Spenden für die Trails respektive Grenchen Tourismus willkommen sind. Obwohl alle Arbeit ehrenamtlich geleistet wird, fallen Material- und Autospesen an.

Die verschiedenen pinken Wegweiser auf dem Stierenberg.

Die verschiedenen pinken Wegweiser auf dem Stierenberg.

Im Frühling wird die gesamte Signalisation der Trails wieder abgeräumt. Das geschieht je nach Vorkommen des Schnees, in aller Regel zu Beginn des Aprils. Dann gibt es wieder viel Arbeit für Christoph Speiser und sein Team. Vorerst aber wartet ein Coronawinter. Er wird wohl viele Wanderinnen und Wanderer auf den Grenchenberg locken, die auf den Trails sportliche Herausforderung und Erholung suchen.

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