Grenchen

Schmelzi-Flohmarkt: Wühlen, stöbern, schnuppern – und finden

Die 10. Ausgabe des Schmelzi-Flohmarktes lockte am Samstag viele Interessierte auf den Marktplatz.

Aufgeräumte Stimmung herrschte am Samstag auf dem Marktplatz. Und dies, obwohl die wenigsten Verkaufsstände an der 10. Ausgabe des Schmelzi-Flohmarktes wirklich aufgeräumt waren. Im Gegenteil. Eher herrschte das kreative Chaos, das klassische Durcheinander, das gerade den Reiz eines Flohmarktes ausmacht.

Und so konnte man sich in bester Manier durch das reichhaltige Angebot an Nützlichem und Unnützem wühlen. Bis einem genau das unterkommt, nach dem man schon lange gesucht hat: ein Service im trendigen 70er-Jahre Design, die Schallplatte von Beni Rehmann zum Retro-Tête-à-Tête, das Ferrari-Modell, das in der Vitrine noch fehlt, oder zumindest der Autoprospekt zum vom Grossvater geerbten Fiat 127.

Der Schmelzi-Flohmarkt ist zuerst einmal eine Zeitreise in die Vergangenheit. Altes, Dekoratives und Rares ist Trumpf. Aber auch neuere Dinge, die man im Haushalt wirklich gebrauchen kann. Bohrmaschine gefällig? Toaster? Handy-Ladegerät? Einmal im Jahr hat Grenchen sein Warenhaus im Zentrum zurück.

«Ich sammle alte Dinge, die mir ins Auge stechen und die auch anderen gefallen könnten, und bringe sie an den Flohmärkten der Region wieder an den Mann», erklärt Heinz Kofmehl aus Lommiswil, der zum zweiten Mal mit seiner Ware hier am Schmelzi-Flohmarkt ist. Das Geschäft laufe nicht schlecht, meint er. «Die Standgebühr und das Mittagessen sind jedenfalls schon mal verdient», meint er lachend. Sonja Frei aus Biel ist schon zum dritten Mal dabei und meint demgegenüber, es könnte schon noch etwas besser laufen. Auch sie betreibt den Flohmarkt als Hobby, mit Ware aus ihrem Bekanntenkreis, wie sie erklärt.

Über 100 Stände boten ihre Ware feil

«Die meisten, die hier einen Stand mieten, sind Privatpersonen aus der Region, die entrümpeln», erklärt Markus Schlup vom OK. Er ist seit dem Anfang dabei, jetzt also schon zum 10. Mal und erinnert sich, wie es zum Schmelzi-Flohmarkt kam. «Bei Anlässen in der Schmelzi selber kamen immer nur wenige Besucher. Da die Schmelzi auch Wohnungsräumungen macht, kam die Idee mit dem Flohmarkt auf dem Marktplatz.»

Und das habe bis heute funktioniert. Auch wenn es immer mehr Flohmärkte gebe. Auch diesmal waren wieder über 100 Stände vertreten. Die Erträge des Flohmarktes fliessen in den «Bewohnerfonds», mit dem Aktivitäten und Ausflüge der Institution finanziert werden, die sich um Menschen in schwierigen Lebenslagen kümmert. Zum zehnjährigen Jubiläum spielte heuer nebst den traditionellen Drehorgeln auch die Band «Zapjevala» auf.

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