Schäden
Grenchen: Die Tauben ruinierten das Vordach des EPA-Gebäudes

Das Vordach des ehemaligen EPA-Gebäudes ist dem Gewicht des Taubenmistes nicht mehr gewachsen. Jetzt wird es saniert.

Andreas Toggweiler
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Absperrung beim ehemaligen EPA-Gebäude.

Absperrung beim ehemaligen EPA-Gebäude.

Andreas Toggweiler

Seit einigen Tagen sind auf der Südseite des ehemaligen EPA-Warenhauses an der Solothurnstrasse (heute Geschäfts- und Apartmenthaus) Bauabschrankungen angebracht. Sie dienen laut Angaben von Stadtbaumeister Aquil Briggen Sicherheitszwecken. Denn kürzlich seien Panele des Vordaches heruntergefallen, das sich über den Schaufenstern entlang des Gebäudes hinzieht.

Dass es soweit gekommen ist, liegt an den Tauben, die sich auf der Südseite des Gebäudes eingenistet haben. Sie haben über einen längeren Zeitraum enorm viel Kot auf den Panele hinterlassen. «Diese kiloschweren Lasten haben dazu geführt, dass die Traglast der Panele überschritten wurde und sich einzelne Elemente gelöst haben», erklärt Dominik Fischer, Facility Manager der Zürcher Firma Nova Property Fund Management.

Ab Montag wird gebaut

Man will sofort handeln: Die Eigentümerschaft (Novavest Real Estate) habe nach dieser Feststellung via Verwaltung sofort den Auftrag erteilt, die Situation durch einen Deckenbauer prüfen zu lassen. «Sicherheitshalber wurde im Anschluss zusätzlich der Auftrag erteilt, das komplette Vordach, bzw. alle Paneelen zu entfernen» erklärt Fischer. Diese Arbeiten würden vom 27. Dezember bis zum 29. Dezember umgesetzt. Im Anschluss werde das Vordach saniert.

Die Stadt ruft die Bevölkerung immer wieder auf, die Fütterung der Tauben zu unterlassen, offenbar mit gemischtem Erfolg. Gerade um die auf dem Bild sichtbaren Bänke herum deponieren Leute immer wieder Körner und Brotresten und locken damit die Tauben zusätzlich an. Insgesamt wird von den Behörden die Taubenproblematik in der Uhrenstadt nicht als akut wahrgenommen - im vergleich zu anderen Städten etwa.

Vorerst kein Taubenschlag

Vorschläge aus der Bevölkerung, einen städtisch betreuten Taubenschlag nach dem Vorbild von Solothurn einzurichten, werden als nicht zielführend bezeichnet. Dies bedinge eine eigene Infrastruktur, die betreut werden müsse. Da Grenchen «keine allzu Grosse Taubenpopulation» habe, sei dies unverhältnismässig. Die Regulierung der Population in Grenchen liegt im Aufgabenbereich des Stadtwildhüters. Der Gebäudeschutz ist grundsätzlich Sache der Hauseigentümer. Dabei müssten die Tierschutzgesetzgebungen eingehalten werden, wie die Baudirektion informierte.

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