«Nach dem Ausbau der Park+Rail-Anlage und der Sanierung der WCs nehmen wir nun die dritte Etappe unseres Konzepts Serviceleistungen am Bahnhof in Angriff», sagt Stefan Köhler, Architekt und Bauherrenvertreter von SBB Immobilien. Gemeint ist damit der Neubau der Velostation am Südbahnhof.

Für dieses Projekt investieren SBB und Stadt gemeinsam 450 000 Franken. Laut Jürg Vifian, Leiter Hochbau im Grenchner Bauamt, zahlt die Stadt die Hälfte der Kosten, kann aber ihrerseits mit Subventionen des Kantons aus dem Fonds für Kombinierte Mobilität in noch nicht festgesetzter Höhe rechnen. «Grundsätzlich hat aber die Gemeindeversammlung mit dem Budget 2014 den Anteil der Stadt genehmigt», so Vifian.

241 Velos auf zwei Etagen

Gebaut wird eine neuartige doppelstöckige Veloparkierungsanlage, wie sie beispielsweise unlängst im Bahnhof Lenzburg in Betrieb genommen wurde, wie Köhler weiter erklärt. Sie kommt unmittelbar östlich vom Bahnhofgebäude in zwei beidseitig zugänglichen Reihen zu stehen. 241 Velos haben in der Anlage Platz, was eine Verdoppelung der angebotenen Kapazität bedeute. Dazu kommen rund 40 weitere Veloplätze westlich des Bahnhofs, welche im Zug der Montage der Lärmschutzwände bereits erneuert wurden.

Auch das Parkieren des Velos im «Obergeschoss» sei dank Unterstützung durch Federkraft keine Hexerei. Der Hersteller werde entsprechende Bedienungshinweise platzieren, versichert Köhler.

Die neue Anlage biete auch grössere Sicherheit für die Velos, indem diese, beispielsweise mit einer Kette, am Rahmen befestigt werden können. Die vorgesehene Beleuchtung der Anlage mit modernen LED-Lampen erhöhe die Sicherheit nachts zusätzlich.

Mit einem Preis von fast 1900 Franken pro Veloparkplatz ist die Anlage nicht billig. Köhler begründet die hohen Baukosten damit, dass zuerst ein etwa 30 Meter langes Stück Gleis samt Prellbock rückgebaut werden müsse, um Platz für die Velostation zu erhalten. Die beiden SBB-Abstellgleise werden dann gleich lang sein. «Weil derzeit noch nicht klar ist, wie der neue Grenchner Busbahnhof aussehen wird, wollten wir die Veloparkplätze möglichst kompakt, also zweistöckig, gestalten, damit westlich davon Gestaltungsspielraum für weitere Planungen besteht», erklärt Köhler weiter.

Angedacht ist zurzeit, dass die Busbuchten zwischen Velostation und Park+Rail-Anlage gebaut werden können. Die westliche Abgrenzung des P+R ist aus diesem Grund mit provisorischen Steinquadern ausgeführt worden. Bis es allerdings so weit ist, werden auf dieser Fläche erstmals 52 Roller-Parkplätze markiert. Die Bauarbeiten, welche von der Firma Marti ausgeführt werden, sollen nächste Woche beginnen. Je nach Wetterverhältnissen wird die Anlage bis spätestens im April fertiggestellt sein.

Immer genug Platz

Auch während der Bauzeit würden immer genügend Veloabstellplätze in der alten Anlage zur Verfügung stehen, die zu diesem Zweck nach Osten verschoben wird. Danach wird sie allerdings verschrottet und «fachgerecht entsorgt». Denn möglicherweise enthalten die alten Eternit-Abdeckungen noch Asbest.