«Die heftigen Regenfälle in letzter Zeit haben zum Glück entlang des Giglerbachs keinen Schaden verursacht», sagt Titus Moser, der Bauverwalter Bettlachs. Will heissen: Der Giglerbach trat nirgends über die Ufer und auch das Geschiebe, das er mit sich trug, blieb im verhältnismässigen Rahmen.

Nicht zuletzt, weil ein Grossteil des Materials aus dem oberen Einzugsgebiet des Giglerbachs beim 2012 fertiggestellten Schiebesammler am Höhenweg aufgefangen wurde. «Das Wasser kam diesmal direkt aus dem Wald und führte Schlamm und Schutt mit. Einem Bauern hat es eine Scheune gefüllt, Feldwege wurden unterspült, Wasser lief in die Wiesen. Aber beim Bach hatten wir keine Probleme.»

Mauer hemmt Material

Der Geschiebesammler beim Höhenweg lässt das feinere Material durch. Nur grobe Brocken bleiben in den Holzbalken hängen. Aber nur der neue Sammler bietet diese Möglichkeit. Weiter unten, gleich neben dem Werkhof, soll ein weiterer Geschiebesammler gebaut werden, der die alte Mauer mit den kleinen Durchlässen ersetzen soll, die jetzt fast das gesamte Schwemmmaterial zurückhält.

Gleichzeitig will man die Brücke – oder richtig ausgedrückt: den Bachdurchlass – ersetzen, die Jurastrasse im fraglichen Perimeter verbreitern, mit einem Trottoir versehen und die Fussgängerbrücke, die jetzt noch unmittelbar neben der Strasse liegt, abreissen. Der betreffende Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften lag bis Anfang letzter Woche auf, bis dato sind keine Einsprachen eingegangen.

Die in die Jahre gekommene Fussgängerbrücke kommt ganz weg.

Die in die Jahre gekommene Fussgängerbrücke kommt ganz weg.

Sofern es dabei bleibt, wird man in Kürze die Bewilligung erhalten. Diese ist nötig, um die Ingenieurarbeiten ausschreiben zu können und ein Submissionsverfahren durchzuführen. Wenn die Gemeindeversammlung dann die entsprechenden Kredite bewilligt, kann man im Frühling nächstes Jahr mit dem Bau beginnen.

Erosion aktiv verhindern

Unterhalb des Werkhofs sind die Auswirkungen der alten Mauer gut sichtbar. Weil der Bach wenig Schwemmmaterial mit sich führt, erodieren die Uferböschungen und das Bachbett. Zwar habe man beim Ausbaggern der Geröllmulde beim Geschiebesammler am Höheweg einen Teil des Materials unterhalb des Sammlers in den Bach gekippt. «Die Leute, die uns gesehen haben, müssen uns für verrückt halten», so der Bauverwalter.

Aber das sei eben notwendig, um die Erosion etwas einzudämmen. Auch noch weiter unten, auf der anderen Seite der Bahnlinie, würde das mitgeführte, leichte Material viel bewirken. Denn auch hier wäscht sich das Bachbett aus. Das feinere Material würde hier, wo die Fliessgeschwindigkeit etwas niedriger ist, abgesetzt und böte auch Fischen und anderen Bachbewohnern neuen Lebensraum.

Sanierung ist dringend

Zwei Bachdurchlässe kurz vor der Einmündung des Giglerbachs in die Aare werden in Kürze komplett saniert. Die Kofferungen sind ebenfalls erodiert und die gemauerten Durchlässe tragen unter Umständen das Gewicht schwerer Landmaschinen nicht mehr. «Als diese Bachdurchlässe gebaut wurden, da waren noch alte Hürlimann-Traktoren unterwegs, die vielleicht ein Fuder Heu auf einem Anhänger zogen. Heutige Rübentransporter können bis zu 40 Tonnen schwer werden», so Moser.

Ramponierte Kofferung weiter südlich.

Ramponierte Kofferung weiter südlich.

Ausserdem sei die Kapazität bei beiden Durchlässen zu klein. «Wenn wirklich viel Wasser kommt, überläuft der Bach.» Man wird anstelle der gemauerten Durchlässe ein Rohr einziehen, das gross genug ist und der Belastung standhält. Laut Moser will nicht nur die Gemeinde die Bachdurchlässe sanieren – auch die SBB planten, den Durchlass unter ihren Geleisen zu sanieren und zu erweitern.