Sammlung Rentsch
«Die Cellistin» versunken in ihr Spiel – Sammler stellen Bilder aus ihrem Besitz vor

Im Hinblick auf den Bau ihres Kunst-Schaulagers stellen die Sammler Hanspeter und Christine Rentsch einige Bilder aus ihrem Besitz vor. Aktuell: «Die Cellistin» von Cuno Amiet.

Oliver Menge
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«Die Cellistin» von Cuno Amiet, Sammlung Christine und Hanspeter Rentsch.

«Die Cellistin» von Cuno Amiet, Sammlung Christine und Hanspeter Rentsch.

Michel Lüthi

Das Kunstsammler-Ehepaar aus Bettlach hat sich auf Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts spezialisiert und stellt im Rahmen einer kleinen Serie für unsere Leserinnen und Leser exklusiv einige Werke ihrer Sammlung vor.

Inzwischen ist der Spatenstich für das Projekt eines öffentlichen Schaulagers ab kommenden August erfolgt und die Aushubarbeiten haben begonnen. Wie Hanspeter Rentsch gegenüber dieser Zeitung berichtet – das nur nebenbei zum Bau –, ist der Untergrund an der Gibelstrasse 1 sehr sandig, was bedeutet, dass das Fundament mit Pfählen und zusätzlichen seitlichen Betonelementen verstärkt werden muss, um zu verhindern, dass es abrutscht. Der Aushub gehe aber gut voran und man tangiere auch nicht die Wurzeln der Bäume, die das Gebäude umgeben.

Konzentriert und in ihr Werk vertieft

Doch zurück zum Werk von Cuno Amiet, welches aktuell vorgestellt wird. Hanspeter und Christine Rentsch schreiben dazu: «Auf dem Bild von Cuno Amiet, welches im Jahr 1923 entstanden ist, sieht man eine junge Frau, die in ihr Cellospiel vertieft ist. Die Musikerin wirkt völlig konzentriert und scheint von ihrer Umgebung nichts wahrzunehmen. Der lange Haarzopf kreuzt sich mit dem Cellobogen. Im Hintergrund scheinen grossformatige Bilder in dezenten Farben zu hängen. Wahrscheinlich hat Amiet das Bild in seinem Atelier gemalt. Ein ähnliches Sujet, mit der gleichen jungen Frau, aber mit etwas weniger ernstem Gesicht, hat der Künstler für eine Lithografie verwendet.»

Amiet hinterliess ein Werk mit über 4000 Werken

«Der Solothurner Maler Cuno Amiet schuf in seinem langen Leben ein riesiges Werk, das neben Aquarellen und Druckgrafiken wohl über 4000 Gemälde umfasst. Neben Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti gehört Cuno Amiet zu den Wegbereitern der Schweizer Moderne und zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts unseres Landes.»

Kontakte ins Ausland zu anderen Kunstschaffenden

«Cuno Amiet pflegte enge Kontakte zu zahlreichen Kunstschaffenden in Paris (Ateliergemeinschaft mit Giovanni Giacometti), Pont-Aven (Emile Bernard, Armand Seguin, Paul Serusier), München (Kandinski, Klee, Macke). In der Schweiz kümmerte er sich auf der Oschwand um zahlreiche Schülerinnen und Schüler, so etwa Ernst Morgenthaler, Hanny Bay, Albert Müller, Josef Müller, Werner Miller, Peter Thalmann.»

«In unserer Sammlung ist Cuno Amiet (neben Aquarellen und Druckgrafik) mit einem Selbstbildnis mit Malerpalette im Atelier, mit Porträts (Knabe, Arlesienne) sowie mit einer kleinen Landschaft und einem Stillleben vertreten.»

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