Rüti b. Büren
Rütiger Jugendliche sollen künftig in Büren zur Schule gehen, statt in Arch

Rüti möchte die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe künftig nicht mehr nach Arch zur Schule schicken, sondern nach Büren.

Andreas Toggweiler Jetzt kommentieren
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Oberstufenzentrum Arch: Der Gemeinderat Rüti will aus dem Schulverbund mit Arch und Leuzigen austreten.

Oberstufenzentrum Arch: Der Gemeinderat Rüti will aus dem Schulverbund mit Arch und Leuzigen austreten.

Oliver Menge / Nikon Z6

Der Gemeinderat Rüti sowie die Vertreter der Schulkommission Oberstufenzentrum Arch (OSZ) der Gemeinde Rüti bei Büren beantragen an der Gemeindeversammlung vom 17. März 2022, aus dem Oberstufenzentrum Arch auszusteigen und neu mit der Schule Büren an der Aare zusammenzuarbeiten. Dies teilt der Gemeinderat von Rüti mit.

Geplant ist ein gestaffelter Wechsel ab dem Schuljahr 2024/2025, ab Übertritt in die Oberstufe. Im Rahmen eines Workshops mit der Pädagogischen Hochschule Bern wurde bereits im Jahr 2018 über die tiefen Schülerzahlen am OSZ Arch und die damit verbundenen Konsequenzen gesprochen. Durch die geringe Anzahl Schülerinnen und Schüler können im OSZ Arch nur wenige Klassen geführt werden.

«Für den Gemeinderat Rüti bei Büren steht das Wohl der Kinder an oberster Stelle. Der Wechsel der Oberstufe von Arch nach Büren an der Aare ermöglicht den Schülerinnen und Schüler von Rüti bei Büren von einem Angebot zu profitieren, bei welchem sie sich optimal entwickeln können», heisst es in der Mitteilung des Rütiger Gemeinderates.

Um das Vorhaben den betroffenen Eltern und interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern vorzustellen und Fragen zu beantworten, plant der Gemeinderat eine Informationsveranstaltung, welche Anfang 2022 stattfinden wird, voraussichtlich in der letzten Januarwoche.

Neuorganisation Schulleitung bereits Ende Schuljahr

«Der jetzige Schulleiter der Primarschule Rüti bei Büren, wird unsere Schule Ende Schuljahr 2021/2022 verlassen. Somit muss die Stelle neu besetzt werden», schreibt der Gemeinderat weiter. Da die Primarschule Rüti und auch der Gemeinderat eine langfristige Lösung anstreben, sei bereits im Jahr 2018 eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, welche eine Zusammenarbeit im Bereich Schulleitung und Schulsekretariat mit der Schule Büren an der Aare ermöglicht.

Somit wird der Schulleiter sowie die Schulsekretärin von Büren an der Aare ab dem Schuljahr 2022/2023 auch in der Primarschule Rüti angestellt. Für die Kinder von Rüti ändere sich nichts. «Die Primarschule Rüti bei Büren bleibt eigenständig!», betonte der Gemeinderat.

Was heisst der Wechsel der Rütiger Oberstufenschüler für Arch? - Archs Gemeindepräsidentin Barbara Eggimann ist nicht überrascht. «Rüti hat uns diesen Schritt schon vor einiger Zeit angekündigt und offen kommuniziert», sagt Eggimann. Sie nehme zur Kenntnis, dass Rüti offenbar grossen Wert lege auf ganze Klassen pro Schulstufe. «Das Inspekorat hat uns allerdings bescheinigt, dass die Schulqualität durch gemischte Klassen nicht leidet», meint sie.

Was dieser Schritt von Rüti für Arch bedeute, müsse nun analysiert werden. Die rege Bautätigkeit in Arch habe bisher noch nicht zur Erhöhung der Kinderzahlen geführt, stellt Eggimann fest.

Anstehende Sanierung des Oberstufenzentrums

Insbesondere betroffen ist das Projekt Sanierung und Umbau Oberstufenschulhaus, das Arch jetzt allein mit Leuzigen stemmen müsste. Eggimann rechnet mit einer zweistelligen Millionensumme, über welche die Gemeindeversammlung voraussichtlich im nächsten Jahr entscheiden muss. Bisher haben Arch, Leuzigen und Rüti das Oberstufenzentrum gemeinsam in einem Gemeindeverband geführt. Sanierungsvarianten werden seit rund fünf Jahren diskutiert.

Rütis Gemeindepräsident Theo Bösiger betont, dass der bauliche Zustand des OZ zwar ein Aspekt sei, der mitspielt, aber nicht der Hauptgrund für den Wechsel zu Büren darstelle. Hauptgrund der Überlegungen sei die zu geringe Schülerzahl, welche etwa die Trennung von Real- und Sekundarschulklassen nicht gewährleiste. Büren könne hingegen die zusätzlichen Schülerinnen und Schüler aus Rüti aufnehmen, dies hätten Abklärungen gezeigt.

Anderseits gebe es zurzeit auch noch offene Punkte, wie den noch fehlenden Veloweg zwischen Rüti und Büren. Er gehe allerdings davon aus, dass dieser bis zum Wechsel erstellt werden könne, meint Bösiger.

Der endgültige Entscheid müsse von den Rütiger Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern gefällt werden, betont Bösiger und verweist auf den Informationnanlass, der Ende Januar stattfindet. Er mache sich durchaus auch auf emotionale Diskussionen gefasst.

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