Seiner Heimat, der Region Grenchen, blieb Ruefer anfänglich treu: In der Saison 2000/2001 wurde er in die Geschäftsleitung des FC Grenchen gewählt, 2003 übernahm er mit anderen Grenchnern zusammen die Organisation des Uhrencups, dessen Marke er sich später sicherte.

Vor drei Jahren dann kehrte er der Region und dem Kanton aber fast vollständig den Rücken. Weshalb? «Das stimmt nicht ganz», sagt Ruefer. «Ich stehe nach wie vor zu dieser Region, die mich geprägt hat, in der immer noch meine Familie, meine Eltern und meine Geschwister wohnen. Aber ich habe mich – wie meine Kollegen ja auch – nach Vorkommnissen im Zusammenhang mit dem Uhrencup und zwielichtigen Personen beim FCG zurückgezogen. Die fast schon kriminelle Energie des damaligen Präsidenten und seiner Gefolgschaft hat uns alle erschreckt. Der Untergang des FC Grenchen liegt allein in ihrer Verantwortung. Tragisch, was aus dem FCG geworden ist.»

Beim Uhrencup war Ruefer damals schon nicht mehr operativ tätig. «Die Stadtregierung und Leute aus dem Umfeld, welche die Sache richtig interpretierten, waren immer fair.» Er sei nicht aus Frust gegangen, aber dadurch, dass er den Uhrencup und «Stars & Dinner» nicht mehr durchgeführt habe, sei es um seine Person logischerweise auch ruhiger geworden.

Er sei immer noch häufig in Grenchen anzutreffen, sagt Ruefer. Wenn er seine Eltern besuche, nehme er nicht etwa die Ausfahrt Lengnau, sondern die in Grenchen und fahre beim Stadion Brühl vorbei, für ihn ein wichtiger und bedeutungsvoller Ort. «Ich stehe auch heute noch zur Stadt Grenchen, auch wenn sie in gewissen Rankings weit hinten liegt. Ein Ausdruck dafür, dass diejenigen, welche diese Rankings erstellen, die Schätze und Eigenheiten der Uhrenstadt nicht erkennen. Hier liess man mich machen und hat mir viele Möglichkeiten eröffnet. Manchmal war ich ein wenig der Prophet im eigenen Land, aber ich bin dankbar für den Freiraum, den ich in Grenchen erhielt.»

In Schenkon am Sempachersee, seinem jetzigen Wohnort, habe er quasi mit einem weissen Blatt beginnen können, auch eine gute Sache. Und doch schätze er den Kontakt mit Stadtpräsident Scheidegger und anderen Exponenten der Stadt Grenchen sehr. «Das ist für mich Ausdruck von Wertschätzung.»

Aber ein öffentliches Engagement beim Uhrencup oder in der Grenchner Fussballszene, damit sei Schluss. «Mir ist überhaupt nicht egal, was mit dieser Region geschieht. Aber als Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens steht man in der Öffentlichkeit und ich lege den Fokus auf diese Arbeit. Das lässt keine Zeit für exponierte Engagements und derartige Parallelfunktionen wären wenig glaubwürdig.» Er sei zwar immer noch bereit zu helfen, insbesondere jetzt mit der Neuausrichtung des FC Grenchen, die in seinen Augen absolut notwendig gewesen sei.

«Im Moment befindet sich der FCG in einer Übergangsphase und die Leute, die jetzt am Ruder sind, muss man unterstützen.» Die Stadt müsse man ebenfalls unterstützen, denn was Grenchen gemacht habe, das sei einzigartig und einmalig: «Ich kenne keine andere Stadt in der Schweiz, die so aktiv in die Vereinstätigkeit eingegriffen hat wie Grenchen.» Auch der Uhrencup sei wichtig für die Region und eine Visitenkarte, die es zu erhalten gelte. Darum wolle er sich dafür einsetzen, dass man mit den neuen Leuten eine nachhaltige Lösung finde. «Aber ich verstehe mich eher als ‹Anschieber› im Background denn als aktive Person.»