Grenchen
Rote Köpfe wegen blauer Berta

Die Reparaturen an der «Staunenden Berta» sind beinahe abgeschlossen. Leserbrief-, SMS-Schreiber und Baudirektion haben nun auf die Berichterstattung reagiert.

Oliver Menge
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Noch fehlt der neue Anstrich.

Noch fehlt der neue Anstrich.

Oliver Menge

Die «Staunende Berta» der Künstlerin Marianne Flück-Derendinger vor der «Titanic» wird in diesen Tagen restauriert (wir berichteten). Die Tonalität des Artikels und die Aussagen von Hanspeter Zumstein von der Baudirektion sorgten für einige rote Köpfe auf der Stadtverwaltung und bei einigen Lesern: Zumstein hatte gegenüber dem az Grenchner Tagblatt im Scherz geäussert, man könnte die Berta nächstes Jahr «als Böögg verbrennen», das nahmen ihm seine Vorgesetzten äusserst übel.

Dass die Meinungen über das Kunstwerk in Grenchen geteilt sind, ist bekannt. Kunst darf und soll auf- und anregen, und es ist auch die Pflicht der Stadt, ihre Kunstwerke zu unterhalten und wenn möglich zu restaurieren. Bei der «Staunenden Berta» werden die Reparaturen aber nur Flickwerk bleiben. Das hat einen einfachen Grund: Die Künstlerin hatte für die Berta Tannenholz verwendet, ein für solche Zwecke eher ungeeignetes Material – so meinte jedenfalls der mit der Reparatur beauftragte Holzbaufachmeister. Die Figur nahm durch kleine Risse und Spalten während Jahren Feuchtigkeit auf und begann von innen heraus zu faulen. Dieser Prozess ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass mit jeder Restaurierung nur die an der Oberfläche sichtbaren Schäden behoben werden, die innere Zerstörung aber unweigerlich weitergeht.

So lange wie möglich

«Die Lebensdauer der Holzfigur ist nicht dieselbe wie die einer Statue aus Bronze oder Stein», sagte Stadtbaumeister Claude Barbey. Dessen sei sich auch die Künstlerin bewusst und wisse, dass die Figur nicht ewig bestehen könne. «Aber wir tun unser Möglichstes, um die Figur so lange wie möglich am Leben zu erhalten.» Die Kosten für die Reparaturen würden aus den ordentlichen Unterhaltskrediten für öffentliche Kunstwerke finanziert, so Barbey.

Mit der von Stadtpräsident Boris Banga persönlich angeordneten Restaurierung wird die «Staunende Berta» nun wenigstens den nächsten Winter überstehen können.