Die Feierlichkeiten gingen in einem äusserst würdigen Rahmen und in einer sehr gut besetzten Zwinglikirche über die Bühne. Es passte durchaus, dass im von Pfarrer Donald Hasler gehaltenen Gottesdienst Taufe und Tauferinnerung im Mittelpunkt standen, ist doch jeder Abschied auch als Neuanfang zu verstehen.

Im Namen der Einwohnergemeinden Grenchen und Bettlach verwies François Scheidegger auf die Tatsache, dass die Kirchgemeinde ohne Rolf Enggist eine andere sein wird: «Du hast die Kirchgemeinde geprägt und ihr ein Gesicht gegeben. Du hast das Schiff mit grosser Umsicht und sicherer Hand geführt.» Dabei sei ihm seine langjährige Tätigkeit als Stadtschreiber sicher zustattengekommen.

Im Weiteren erwähnte François Scheidegger auch die vielseitigen Aufgaben, welche die Kirche im Kinder- und Jugendbereich wahrnehme. «Dabei geht es nicht nur um das Unterrichten, sondern auch um die altersgerechte Bearbeitung von Lebensfragen, um das sinnvolle Gestalten von Freizeit und das Zusammenleben unter Gleichaltrigen», führte er aus. Nicht unerwähnt liess er auch die vielfältigen Angebote für ältere Menschen, das grosse soziale Engagement und weitere Anlässe im Dienste des gesellschaftlichen Lebens der Stadt.

Kein Selbstdarsteller

Rolf Enggist galt immer als Mann des Ausgleichs, der den Dialog suchte und auch schon mal Wogen glättete. Dabei konnte er aber auch pointiert seine Meinung sagen. Oder wie es der ehemalige Synodepräsident, Robert Gerber, ausdrückte: «Es brauchte einen wie Dich. Kein Polteri, kein Griesgram, kein Drückeberger, kein Schwätzer und schon gar kein Selbstdarsteller.»

Durch sein Engagement hätten die Solothurner Gemeinden in der Berner Kirche auch mehr Gewicht erhalten. Im Weiteren verwies Gerber auf die Tatsache, dass das Präsidentenbüro immer für alle Menschen offen gewesen sei: «Du hast sie eingeladen, ob arm oder reich, einheimisch oder zugewandert, religiös oder eher kirchenfern. Du hast ihnen zugehört. Einfach gesagt: Du bist die Kirchgemeinde gewesen.»

Beide Redner vergassen in ihren Ausführungen auch nicht, der Ehefrau, Dorly Enggist, zu danken, ohne deren Verständnis und Unterstützung auch die Arbeit ihres Mannes nicht möglich gewesen wären.

Der Geehrte bedankte sich für die geäusserten Worte als Erinnerung an schöne Zeiten, in welchen manchmal auch Überzeugungsarbeit geleistet werden musste. Als Meilenstein bezeichnete er die Feierlichkeiten zu «100 Jahre Kirchgemeinde Grenchen Bettlach» im Jahre 1980. Es sei für ihn auch immer eindrücklich gewesen, die Predigten zu hören, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und die Gedanken mit anderen auszutauschen. «Ich habe keine Angst vor der Zukunft und werde jetzt einfach mit meinen Grosskindern Vogelhäuser bauen», blickte Rolf Enggist augenzwinkernd nach vorne. Es ist aber nicht daran zu zweifeln, dass er auch seinem Nachfolger, Martin Joss, bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.

Auch Pfarrer Donald Hasler bedankte sich bei Rolf Enggist dafür, dass der nun scheidende Präsident immer das Gespräch gesucht habe. Verschiedene Geschenke sowie eine Grussbotschaft der Partnergemeinde St. Jean-du Gard in den Cevennen rundeten diesen feierlichen und würdigen Gottesdienst ab.