Grenchen

Rolf Caviezels «Station 1» schliesst Ende Juni - aber es geht weiter

Der Grenchner Experimentalkoch mit seinen prämierten Büchern

Der Grenchner Experimentalkoch Rolf Caviezel mit seinen prämierten Büchern.

Der Grenchner Experimentalkoch mit seinen prämierten Büchern

Molekularkoch Rolf Caviezel schliesst sein Restaurant «Station 1» am Marktplatz, bleibt aber in Grenchen.

«Die Coronakrise war nicht der Auslöser für den Entscheid, die Tore der ‹Station 1› zu schliessen», betont Rolf Caviezel gleich vorweg. Zu diesem Schritt hätten er und seine Frau Célia sich bereits vor einem halben Jahr entschlossen. Das Wirtepaar wird das Restaurant Station 1 nicht mehr für den Normalbetrieb öffnen und Ende Juni ganz schliessen.

Bei Ausbruch der Coronakrise war Caviezel einer der ersten, der auf Take-away Betrieb umgestellt hatte. Dieser habe sich gut bewährt und sei auch bei den Gästen gut angekommen. Täglich habe er mehrere Dutzend Mahlzeiten absetzen können. «Dies zum Teil bei Kunden, die vorher noch nie im Restaurant waren».

Restaurantbetrieb wäre hier unpraktikabel

Als vor drei Wochen die Restaurants wieder mit Tischservice öffnen konnten, hat Caviezel auf diesen Schritt verzichtet. «Es wäre hier zu eng für die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln», begründet der Experimentalkoch, der sich von Grenchen aus einen (inter-)nationalen Ruf als «Molekularkoch», Kochbuchautor und Entwickler neuer Produkte und Gastrokonzepte erworben hat, die auch regelmässig Preise einheimsen. Vor zwei Jahren hat er sich in der Schützengasse 15 eingemietet und dort ein Food-Labor und eine Lokalität für seine Spezial Diners («Genussabende»)eingerichtet (wir berichteten). Hier will er ab Mitte Juli neu eröffnen und dort zweimal wöchentlich auch einen «Mittagstisch» mit Voranmeldung anbieten.

Das Angebot des täglichen Take-away-Menus wird aber bis zur Schliessung per Ende Juni fortgeführt. Die Ideen gehen ihm nicht aus. Und wie immer strotzt Caviezel schon wieder vor Ideen: «Einmal pro Monat öffnen wir unsere Food-Lab-Bar. Diese wird einzigartig sein. Drinks werden neuartig präsentiert werden. Lassen Sie sich überraschen ...»

Wer Caviezel kennt, weiss, dass das kein Bluff ist. Er hat die Molekularküche für die Schweiz quasi erfunden und tanzt auf vielen weiteren Hochzeiten: Events, Themen-Diners, Kochkurse – Neuerdings auch für Kinder und Jugendliche. «Da werde ich demnächst, was im Wald mit Feuer anbieten können», verrät er schon mal. Jedenfalls: Finanzielle Gründe seien es nicht, dass er nun am Marktplatz seine Zelte abbreche, sondern mehr der Drang, wieder etwas Neues zu machen.

«Mittagstisch» ab 28. Juli buchbar

«Wir tauchen voller Tatendrang in eine neue Ära ein und freuen uns auf die neuen Herausforderungen, welche uns das Leben bieten wird», schreibt Caviezel in einer Mitteilung an seine Kunden und Gäste. Célia Caviezel wird im Juli den neuen Mittagstisch an der Schützengasse 15 eröffnen. Ein erstes Essen ist am Dienstag, 28. Juli, vorgesehen. Das Angebot ist auch für Firmen als geschlossene Gesellschaft buchbar.

Weiter läuft auch die Produktion des «Craftbread». Die Brote können jeweils donnerstags abgeholt werden. Das Projekt «Kids ab an den Herd» im Food-Lab läuft ebenfalls weiter. «Eventmässig müssen wir halt schauen, was, wann wieder möglich sein wird», meint Caviezel. Für Instant Infos nutzt er die Whatsapp-Gruppe «foodlab caviezel». Dinners, Themenabende und Kochkurse finden sich auf der Website.

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