Grenchen sagt «Salam aleikum». Am Sonntagnachmittag öffnete die Moschee Ebu Hanife in der Uhrenstadt ihre Pforten und die albanisch islamische Glaubensgemeinschaft (AIG) lud hierfür zur «hapja solemne» – der feierlichen Eröffnung. Insgesamt drei Jahre dauerten die Bautätigkeiten an dem muslimischen Gotteshaus, welches auch dank einer Vielzahl freiwilliger Helfer realisiert werden konnte.

Der nun entstandene Neubau bietet rund 200 Gläubigen Platz fürs Gebet. Die Moschee wurde aber nicht allein zum Zweck der Gebetsausübung konzipiert. «Dieser Ort soll auch zur Förderung des Friedens, der Integration, der Zusammenarbeit sowie des interreligiösen Austauschs dienen», sagte AIG Präsident Bashkim Xhemaili. Noch bevor allerdings der Spatenstich erfolgte, hatte das Gebetshaus bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Bauherrschaft hatte mit Vandalenakten und Geldsorgen zu kämpfen. «Viele Hindernisse wurden überwunden. Es wurde geplant, organisiert, korrigiert, herumtelefoniert und manchmal auch nächtelang durchgearbeitet», erinnerte Xhemaili die Anwesenden.

All die Unannehmlichkeiten der Vergangenheit sowie auch das schlechte Wetter schienen an diesem Sonntagnachmittag aber wie weggeblasen. Stattdessen sah man überall fröhliche Gesichter, welche gemeinsam dem Festakt frönten und sich diesen besonderen Moment nicht entgehen lassen wollten.

Grossandrang war voraussehbar

Dementsprechend immens war auch der Andrang. Ursprünglich wurden Sitzplätze für 900 Personen bereitgestellt. Gekommen waren letztlich beinahe 2000 Menschen aus der ganzen Schweiz. Das riesige Festzelt platzte aus allen Nähten und viele Besucher drängten sich an den Rändern dicht aneinander, um doch noch einen Blick auf die nationalen wie auch internationalen Festredner zu erhaschen. Ganz von ungefähr kam der grosse Aufmarsch aber nicht. Denn auf den sozialen Medien wurde mächtig die Werbetrommel gerührt wie Isa Ismaili, Mediensprecher der AIG, erklärte.

Auch Vertreter der Stadt waren als Gäste zur Zeremonie geladen. Unter ihnen Stadtpräsident François Scheidegger. In seiner Ansprache erläuterte Scheidegger, dass Grenchen als aufstrebende Industriestadt seit jeher durch die Zuwanderung geprägt gewesen sei. Heute würden in Grenchen Menschen aus über 80 Nationen und Angehörige unterschiedlichster Glaubensgemeinschaften friedlich und vorbildlich zusammenleben. «Eine davon ist ihre, die albanisch islamische Glaubensgemeinschaft, die hier in Grenchen sehr gut integriert ist», lobte Scheidegger.

Der Stapi erklärte aber auch, dass der geplante Moscheebau in bestimmten Bevölkerungskreisen durchaus eine gewisse Skepsis ausgelöst habe. «Wenn ich aber heute hier bei ihnen bin, so glaube ich, dass diese unbegründet war», sagte Scheidegger und erntete dafür tosenden Applaus.