Sporadisch beschweren sich bei der Stadtverwaltung Grenchen Einwohner über Tauben. Unter anderem werden eine hohe Anzahl der Tiere beklagt, die in der Stadt für Verschmutzung sorgen, aber auch falsche Schutzmassnahmen an Gebäuden, durch welche die Vögel verletzt werden. Aus Sicht der Stadtverwaltung stellt die Taubenpopulation in Grenchen verhältnismässig und im Vergleich mit anderen Städten kein gravierendes Problem dar.

Weniger Nahrung – weniger Tauben

Gemäss verschiedenen Studien ist das Nahrungsangebot der entscheidende Faktor für die Grösse einer Taubenpopulation. Die Taubenfütterung führt zu einem übermässigen Anwachsen der Populationen. Das von Menschen verteilte Futter wie zum Beispiel altes Brot tut den Tauben nicht gut, es schadet ihnen. Es ist meist einseitig, arm an Mineralstoffen und Vitaminen. Bei übergrossen Populationen kommt es bei Tauben zu Stress, Krankheiten und Parasiten (Taubenzecken, Flöhe, Wanzen und Blutmilben). Diese machen nicht nur die Tauben schwächer oder krank, sondern dringen auch aus den Nistplätzen in die menschlichen Wohnungen ein und können die Menschen befallen. Auch Taubenkot ist schädlich. Neben der Verunreinigung an sich, entwickelt sich ein Nährboden für Schimmelpilze und greift die Substanz von Häusern und Denkmälern an.

In der Bevölkerung werden Tauben unterschiedlich wahrgenommen. Manche empfinden sie als Plage, andere beobachten diese Stadtvögel gerne, füttern sie und glauben, damit etwas Gutes für die Tiere getan zu haben. Doch gerade das ist ein Irrtum. In diesem Fall gilt: «Tierschutz ist: Tauben nicht füttern!»

Tauben sind Schwarmtiere. In der Natur können sie sich so besser schützen und sind bei der Futtersuche erfolgreicher. Für die Nester suchen sie sich gerne dunkle Öffnungen, Nischen und Winkel. Brüten können die Tauben theoretisch über das ganze Jahr, doch überwiegend passiert dies im Frühling und im Sommer. Ein Taubenpaar kann pro Jahr bis zu acht Mal erfolgreich brüten und etwa zwölf Jungvögel aufziehen. Die Population wächst aber nicht dementsprechend an, da viele Jungvögel Krankheiten oder Räuber wie Katzen, Mardern, Krähen oder Falken zum Opfer fallen.

Die Regulierung (Einsammeln, Reduzieren) in Grenchen liegt im Aufgabenbereich des Stadtwildhüters. Gebäude können mit verschiedenen Taubenabwehrsystemen geschützt werden. Dabei müssen die Tierschutzgesetzgebungen eingehalten werden. Der Gebäudeschutz ist Sache der Hauseigentümer. Zur Regulierung der Taubenpopulationen können die Einwohner selber einen Beitrag leisten, indem sie die Tiere nicht füttern. (mgt)