Grenchen
Resultate der Personalumfrage sollen nicht in Schublade landen

Die Gemeinderatskommission gibt grünes Licht, dass die durch die Personalumfrage lokalisierten Problembereiche weiter analysiert werden. Schon beschlossen wurde eine weitere Reorganisation in der Stadtkanzlei.

Andreas Toggweiler
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In der Stadtkanzlei wird weiter reorganisiert.

In der Stadtkanzlei wird weiter reorganisiert.

Urs Byland

Im Januar wurden der Gemeinderat und die städtischen Angestellten über die Resultate der letztes Jahr durchgeführten Job-Befragung orientiert. Sie zeigte zwar ein generell gutes Arbeitsklima auf, gab aber auch Anhaltspunkte für die Identifikation von Problembereichen. «Die GRK hat nun grünes Licht gegeben, um diese Bereiche weiter zu analysieren, die Ergebnisse zu interpretieren und gegebenenfalls Massnahmen zu erarbeiten», erklärt Stadtpräsident François Scheidegger. «Es geht uns darum, dass die vorliegenden Resultate nicht einfach in der Schublade verschwinden, sondern, dass ein Prozess ausgelöst wird.» Nach der Umsetzung möchte Scheidegger eine weitere Befragung durchführen, «als Controlling», wie er sagt.

Vorerst will man mit demselben Büro zusammenzuarbeiten, das bereits die Personalumfrage durchgeführt hat, dem Berner Büro Empiricon. Die Erarbeitung von Massnahmen erfolgt gemäss Scheidegger auf zwei Ebenen. Einerseits innerhalb der Abteilungen, anderseits erarbeite der Stadtpräsident zusammen mit den Abteilungsleitern die «zentralen Massnahmen», die über alle Abteilungen hinweg Wirkung entfalten sollen. Darunter fallen beispielsweise die Mitarbeitergespräche der Vorgesetzten mit dem Personal, welche sich in der Umfrage als erkennbarer Schwachpunkt erwiesen haben.

Darüber hinaus hat der Stapi, bzw. die GRK offenbar auch bereits Massnahmen verordnet, die sofort umgesetzt wurden. So hat eine Kündigung eine weitere kleine – wenn auch nicht unerhebliche Reorganisation – in der Stadtkanzlei ausgelöst. Letzte Woche wurde den Gemeinderäten, Parteipräsidenten und Chefbeamten mitgeteilt, dass ab sofort nicht mehr Stadtschreiberin Luzia Meister Hauptansprechpartnerin der Verwaltung für Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und die Abteilungsvorsteher ist, sondern ihre Stellvertreterin Anne-Catherine Schneeberger. Damit sollen die «Dienstleistungen der Stadtkanzlei, soweit Behördengeschäfte damit verbunden sind, verbessert werden», wie es heisst.

30 Prozent eingespart

Die Funktion von Anne-Catherine Schneeberger wurde dementsprechend aufgewertet. Aufgrund der personellen Änderungen könnten dadurch auch interne Synergien genutzt und Kosten eingespart werden, heisst es. Die Regelung gilt seit 1. März. Laut Scheidegger wurden auch Pensen erhöht. «Es geht um eine sinnvolle Arbeitsteilung in der Stadtkanzlei», sagt der Stadtpräsident. Am Ende erlaube diese Lösung, insgesamt 30 Stellenprozente einzusparen, präzisiert er.

Möglichen Spekulationen, ihre Kompetenzen würden beschnitten, tritt Luzia Meister entgegen. «Es ist nun so, dass wir mit Anne Catherine Schneeberger wieder eine offizielle Ratssekretärin haben, bei der alle administrativen Fäden rund um den Ratsbetrieb zusammenlaufen. Sie hat bereits heute den Grossteil davon gemacht und hat die beste Übersicht.» Sie selber gewinne dadurch Zeit, um sich vermehrt mit inhaltlichen Belangen von Vorlagen befassen zu können, sowie mit ihren Aufgaben im Bereich Stadtmarketing, Kultur und Sport. Dort ist übrigens Mike Brotschi der neue Ansprechpartner für Jugend- und Sportfragen, wie Meister bekannt gibt. Der Stadtpräsident erklärt, dass angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt bei Vakanzen genau hingeschaut werde. «Wir stehen finanziell unter Druck und müssen gewisse Prozesse verschlanken.» Um seine Stelle müsse aber niemand Angst haben.

Neuerdings kann die Stadt auch noch etwas Mietkosten sparen. So ist die Informatik vom SWG-Gebäude ins Stadthaus in die Räume des nach Solothurn verlagerten Zivilstandsamtes umgezogen.