Repla Grenchen Büren

Repla reichte Beschwerde gegen Richtplan-Entwurf ein

Die Verkehrssituation im Süden Grenchens will die Repla nicht hinnehmen. Der Kanton soll den Engpass beseitigen.

Die Verkehrssituation im Süden Grenchens will die Repla nicht hinnehmen. Der Kanton soll den Engpass beseitigen.

Die Regionalplanung Grenchen Büren hat Beschwerde gegen den Richtplan-Entwurf eingereicht. Sie fordert mit Nachdruck, der Kanton müsse die Lösung der Verkehrsprobleme beim Autobahnanschluss in die Ziele des kantonalen Richtplanes aufnehmen.

Nachdem es die Stadt verpasst habe, im Rahmen der Richtplandiskussion die Interessen Grenchens bezüglich Autobahnanschluss adäquat gegenüber dem Kanton zu vertreten, mache dies jetzt halt die in der Stadt nicht überall beliebte Repla.

Mit diesem Seitenhieb gegenüber der Politik eröffnete Konrad Schleiss, Präsident der Regionalplanung Grenchen Büren (Repla GB) den Medien, dass die Repla Ende letzten Jahres eine Beschwerde beim Regierungsrat gegen den kantonalen Richtplan-Entwurf eingereicht hat.

«Es geht vor allem darum sicherzustellen, dass der Autobahnanschluss und die Erschliessung der Industriezone an der Neckarsulmstrasse der aktuellen Verkehrszunahme und der zu erwartenden künftigen Entwicklung angepasst wird», erklärte Schleiss am Freitag anlässlich der jährlichen Medienkonferenz der Repla GB.

Zurück zur Version 2012

Man habe überdies festgestellt, dass der Kanton in den verschiedenen Richtplanversionen von 2012 und 2015 offenbar einen schleichenden Paradigmenwechsel vorgenommen habe, den man aus Grenchner Sicht nicht hinzunehmen bereit sei. «In der Version 2012 war noch zu lesen, der Kanton setze sich für eine optimale Erschliessung ein, heute macht er dies zur Vorbedingung für die Entwicklung eines Gebietes.»

Damit werde die noch 2012 geltende Maxime in ihr Gegenteil verkehrt, das heisst, die Erschliessung werde an die Stadt delegiert.

«Wir verlangen in der Beschwerde beim Regierungsrat eine Rückkehr zur Formulierung von 2012», meinte Schleiss. Darüber hinaus soll ein Passus eingefügt werden, wonach «zur Beseitigung von Engpässen im Kantonalstrassennetz der Autobahnanschluss Grenchen bezüglich Kapazität, Verkehrssicherheit und Berücksichtigung des Schwerverkehrsanteils optimiert werden soll.» Grenchen als Industriestadt werde immer einen beträchtlichen Anteil Schwerverkehr aufweisen. Die Sicherheitssituation am Pistenende sei dabei nur ein Aspekt von mehreren.

Ausweichverkehr nach Lengnau

Schleiss ist auch nicht überrascht, dass die neue Verkehrszählung keine Verkehrszunahme auf der Flughafenstrasse und eine Abnahme gar auf der Schlachthausstrasse verzeichnet. «Kunststück, denn während den Zählfenstern war meistens Stau.»

Verkehr aus dem Westen der Stadt weiche deshalb zunehmend auf den Autobahnanschluss Lengnau aus. «Wenn Lengnau dem Durchgangsverkehr mal einen Riegel schiebt, dann gute Nacht.»

Agglomerationsprogramm

Repla-Geschäftsführer Jean-Pierre Ruch orientierte über die bisherigen Arbeiten am Agglomerationsprogramm das erstmals von den drei Gemeinden Grenchen, Bettlach und Lengnau vorangetrieben wird. Ziel ist es, bis 2020 ebenfalls über dieses Planungsinstrument zu verfügen, welches Subventionen des Bundes bei Infrastrukturvorhaben auslöst. In einer ersten Phase muss ein Zukunftsbild für die Region erarbeitet werden, für die jetzt ein Budget von 70'000 Fr. besteht. Davon bestreitet der Kanton 28'000 Franken und die Stadt Grenchen 18'000 Fr. den Rest teilen sich Bettlach, Lengnau, die Repla GB und der Kanton Bern, bzw. die Repla Seeland biel/bienne. Politische Entscheide bezüglich dieser Beiträge sind noch keine gefallen.

Konrad Schleiss betonte, man gehe bewusst den Weg über Gemeinderatsentscheide, obwohl die Beträge im Rahmen der Finanzkompetenz der Verwaltung lägen. «Damit wollen wir sicherstellen, dass die Politik hinter einem Agglomerationsprogramm steht.»

Umfrage zur Repla

Wie (un)beliebt die Repla wirklich ist, soll eine Umfrage mit 40 Fragen zeigen, welche zurzeit bei den Gemeinden zur Bearbeitung ist. Es geht dabei darum, die Aktivitäten den Bedürfnissen der Gemeinden anzupassen. Die ersten Echos zeigen nicht ganz überraschend, dass die Gemeinden vor allem bei den Verkehrsfragen Handlungsbedarf sehen, wie Ruch durchblicken liess. Konsequenzen der Umfrage werden an der Generalversammlung 2018 thematisiert.

Zu den von der Repla koordinierten Aktivitäten gehört die Koordination der Littering-Bekämpfung an der Aare. Die gesammelte Abfallmenge sank 2016 um etwa 10 Prozent auf 40'000 Liter. Die Energieberatung konnte 2016 ihren Umsatz wieder leicht steigern auf knapp 80'000 Franken.

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