Zirkus Monti
Religionspädagogin aus Grenchen wandert mit dem «Monti» von Ort zu Ort

Carole Imboden reist derzeit mit ihrer Familie und dem Zirkus Monti durch die Schweiz. Damit hat sich die 29-Jährige einen Kindheitstraum erfüllt.

Nadine Schmid
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Carole Imboden mit Ehemann Philipp und Sohn Jorin.

Carole Imboden mit Ehemann Philipp und Sohn Jorin.

Nadine Schmid

Ein Früchtekorb steht auf dem Tisch, drum herum sieht man eine gepolsterte Sitzgruppe, wobei sich nur ein Schritt daneben die Küchenanrichte und ein Schritt dahinter das Schlafzimmer befinden. Der Wohnwagen der Imbodens bietet nur begrenzt Platz, doch durch die heimelige Einrichtung fühlt man sich wohl. Nach kurzem Eingewöhnen machte die Platzbeschränkung der 29-jährigen Carole Imboden nichts mehr aus: «Man geht mehr an die frische Luft und man hat alles, was man braucht, auch wenn man für manches, wie die Waschmaschine, in einen anderen Wagen gehen muss», sagt sie.

Schon als Kind fasziniert

Das Reisen und der Kontakt mit Menschen liegen Carole Imboden im Blut. Seit Januar hat sich ihr Traum, am Zirkusleben teilzuhaben, verwirklicht: Zusammen mit Ehemann Philipp und Sohn Jorin hat sie einen Wohnwagen gekauft und wandert mit dem Circus Monti von Ort zu Ort. Dabei teilt sie sich mit ihrem Mann eine Arbeitsstelle, damit jeweils einer von ihnen bei Jorin sein kann. Während Philipp in der Werkstatt arbeitet und damit für Reparaturen sowie den Auf- und Abbau verantwortlich ist, ist Carole am Buffet, an der Bar und bei Führungen tätig. Sie mag ihren Job, da sie viele Menschen trifft.

Doch nicht nur sie fühlt sich wohl, sondern auch die beiden anderen Familienmitglieder: Sie geniessen es, viel zu erleben, und auch an das oftmals schnelle Weiterreisen haben sie sich gewöhnt: «So sieht man sehr viele Gegenden, doch wichtig für das Wohlfühlen ist das gute Team. Wir fühlen uns wie eine grosse Familie und auch die Grundstruktur bleibt gleich, das gibt Sicherheit», erklärt Carole Imboden. Doch neben dem Reisen und den vielen sozialen Kontakten gefällt ihr ebenso, dass sie ihr Französisch aufbessern kann: «Die Sprache der Manege ist französisch und die meisten Artisten kommen aus Kanada, Belgien und Frankreich.»

Vor dem Arbeitsantritt im Monti wohnte die Aargauerin nach ihrem Studium der Religionspädagogik in Biel und Solothurn und arbeitete beim katholischen Pfarramt Grenchen, wo sie für die Jugendarbeit zuständig war und als Präses fungierte. So schaffte sie sich einen engen Bezug zur Uhrenstadt, kam mit sehr vielen Grenchnern in Kontakt, mit denen sie heute in Verbindung steht.

Ab heute in Solothurn

Für den Circus Monti hat die Familie sich entschieden, da ihnen dessen Konzept gefällt: Die Vorstellung erzählt jeweils eine Geschichte, in die die Artisten eingebaut sind. In diesem Jahr sind zwei Clowns die Protagonisten, die als Ziel haben, fliegen zu lernen, und deswegen auf viele verschiedene Gruppen treffen wie die Jongleure oder die Trapezkünstlerinnen. Aufgeregt ist die Familie Imboden etwas, wenn sie an die Vorstellungen in Solothurn denken. Da sie in der Region Grenchen und Solothurn sehr viele kennen, erwarten sie, einige bekannte Gesichter zu sehen. Der Circus Monti gastiert ab heute Freitag, 17. Mai, bis zum 20. Mai in Solothurn.

Was die Familie nach diesem Jahr tun wird, ist noch nicht entschieden: «Vielleicht bleiben wir noch ein Jahr länger beim Zirkus», überlegt Carole Imboden. Festlegen müssen sie sich bis September. Doch die Ungewissheit macht dem Ehepaar nichts aus: Sie finden es sogar schön, einmal eine offene Zukunft zu haben.