Plus von 15 Prozent
Rekord: Grenchen Tourismus verzeichnet knapp 20'000 Logiernächte

Die Generalversammlung von Grenchen Tourismus im Parktheater war sehr gut besucht. Der Verein konnte über eine Rekordzahl von 19'551 Logiernächten berichten.

André Weyermann
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Das «Best Western» Hotel Airport ist eines der Hotels in der Region. (Archiv)

Das «Best Western» Hotel Airport ist eines der Hotels in der Region. (Archiv)

Oliver Menge

Das Lob kam aus berufenem Munde, nämlich von Jürgen Hofer, Tourismusdirektor von Solothurn und Geschäftsführer des Vereins Kanton Solothurn Tourismus, der als Gast an der Generalversammlung anwesend war: «Ihr habt mit eurer Zunahme bei den Logiernächten die Statistik der Region gerettet. Dazu ist es beinahe unglaublich, was mit einem Budget von nur 50'000 Franken so alles auf die Beine gestellt wird.»

Und tatsächlich konnte man bei den Logiernächten 2015 eine Rekordzahl von 19'551 verbuchen, was einer Zunahme von satten 15,4 Prozent entspricht. Dass dabei die Einnahmen aus den Übernachtungstaxen gar leicht rückläufig waren, gibt ein Rätsel auf. «Wir sind keine Polizisten. Aber es ist klar, dass hier Handlungsbedarf besteht und wir der Sache nachgehen müssen», erklärte Präsident Christoph Siegrist.

Denn Grenchen Tourismus ist bestrebt, alle Angebote gleich zu behandeln. So ist man seit geraumer Zeit in Verhandlungen mit den Logiermöglichkeiten in der Region (ausserhalb Grenchens) und auch die sogenannte Parahotellerie soll mit ins Boot geholt werden. Seit Juli 2015 wird in diesem Bereich denn auch bereits die Taxe erhoben. Dies betrifft immerhin 20 Betriebe.

Auch wenn in den letzten Jahren mit den privaten Unterkünften eine attraktive Möglichkeit zum Übernachten dazu gekommen sei, bleibe das Angebot knapp, die Nachfrage gross. Ein weiterer Hotelbetrieb in der Stadt wird als äusserst wünschenswert angesehen.

Miliz-System funktioniert sehr gut

Aber auch sonst ist Grenchen Tourismus flott unterwegs, insbesondere wenn man bedenkt, dass Städte wie Olten und Solothurn gleich mehrere bezahlte Mitarbeitende in den Kampf um Attraktivität und Kunden schicken können, während in unserer Region das Miliz-System herrscht. Christoph Siegrist und sein Team nehmen es aber eh, wie es ist, und machen fehlende Mittel mit viel Enthusiasmus und Elan wieder wett. So konnte denn der Präsident in seinem Jahresbericht auf einen ganzen Strauss an Aktivitäten zurückblicken.

Geklappt hat es im zweiten Anlauf auch mit der Beschaffung des italienischen Kultgefährtes Piaggio APE, welches den ungemeinen Vorteil hat, dass es mit relativ wenig Aufwand in einen hervorragenden Werbeträger und Infostand umfunktioniert werden kann. Diese Investition soll übrigens innert sechs Jahren amortisiert sein, und auch das aufgenommene Darlehen nach dem ersten gescheiterten Beschaffungs-Versuch dürfte in ein paar Jahren zurückbezahlt sein.

Christoph Siegrist im italienischen Kultgefährt Piaggio APE freut sich über das gute abgeschlossene Geschäftsjahr.

Christoph Siegrist im italienischen Kultgefährt Piaggio APE freut sich über das gute abgeschlossene Geschäftsjahr.

André Weyermann

In dieser Hinsicht ist übrigens ein Strafverfahren gegen den betrügerischen Geschäftsmann eingeleitet worden, wobei man von Seiten der Verantwortlichen realistisch ist und nicht mit der Rückzahlung der geschuldeten Summe rechnet. Kommt es anders, umso besser.

Finanziell steht der Verein auf gesunden Füssen. Trotz des beschriebenen «Piaggio-Unfalls» schloss die Rechnung nämlich praktisch ausgeglichen ab. Das Eigenkapital beläuft sich immer noch auf gut 30'000 Franken. Für das laufende Jahr ist ein Gewinn von an die 10 000 Franken budgetiert, welcher dann eben zur teilweisen Tilgung des (privaten) Darlehens verwendet würde.

Christoph Siegrist verwies schliesslich auf den ausgebauten Internetauftritt als primären Werbeträger. Auch hier konnte man markant zulegen, erfolgten doch im Berichtsjahr 80 391 Aufrufe, was einer Zunahme von über 30 Prozent entspricht. Auch die Facebook-Seite erfreut sich grosser Beliebtheit und hat bereits über 500 Fans, Tendenz steigend.

Trotzdem verzichtet man nicht ganz auf Traditionelles. So soll unter anderem der Stadtplan überarbeitet werden, und selbstverständlich wird man tatkräftig beim Grenchner Fest vom 5. bis 11. September im Zentrum mitarbeiten.