Der Solothurner Regierungsrat bringt die 2011 begrabene Ostvariante der Pistenverlängerung erneut aufs Tapet.

Seit damals stand eigentlich nur noch die Westerweiterung des Flughafens zur Debatte. Die Ostvariante war fallen gelassen worden, weil sie zu viele negative Auswirkungen auf Raum und Umwelt hätte, gerade in der Witischutzzone.

«Die Resultate sind eindeutig und zeigen, dass eigentlich nur eine Lösung nach Osten raumplanerisch vertretbar und auch finanzierbar ist», heisst es in einer Mitteilung der Solothurner Staatskanzlei vom Dienstag.

Eine 180-Grad-Kehrtwende sei die Ostvariante aber nicht, wie Baudirektor Roland Fürst auf Anfrage sagt. «Wir hatten bis 2011 eine Ost-Variante, die ökologisch nicht vertretbar war. Deshalb haben wir die West-Varianten geprüft. Dort haben wir aber jetzt gesehen, dass sie finanziell nicht vertretbar sind. Nun liegt eine verträglicher gestaltete Ost-Variante auf dem Tisch und wir müssen prüfen, ob diese ‹verhebt›.»

Der Regierungsrat beabsichtigt, bis Anfang 2015 einen Grundsatzentscheid zum Projekt Pistenanpassung auf dem Regionalflugplatz Grenchen zu fällen.

Deshalb soll das Verfahren gemäss Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt wieder aufgenommen werden. Die betroffenen Gemeinden im Flugplatzperimeter und verschiedene Organisationen aus den Bereichen Wirtschaft und Umwelt werden in diesen Evaluationsprozess einbezogen.

Koordinationsgespräche

Das Bau- und Justizdepartement führt die Koordinationsgespräche durch. Die Begleitkommission «Behörden», sie umfasst alle Gemeinden im Perimeter des Regionalflughafens, wird durch den Chef des Amtes für Raumplanung, Bernard Staub, geleitet.

In der Kommission «Organisationen» nehmen Vertretungen der Umwelt, der Aviatik und der Wirtschaft Einsitz. Geleitet wird diese Kommission vom Direktor des Regionalflugplatzes, Ernest Oggier. Die zuständigen Bundesstellen (z.B. Bundesamt für Zivilluftfahrt), die betroffenen kantonalen Amtsstellen sowie der Nachbarkanton Bern mit dem Amt für öffentlichen Verkehr werden in diesen Prozess einbezogen.

Ohne Einschränkungen

Der Regionalflugplatz Grenchen zählt pro Jahr rund 78'000 Flugbewegungen. Eine Pistenanpassung ist notwendig, weil in der Schweiz auf Flugplätzen seit 2008 höhere EU-Sicherheitsbestimmungen gelten.

Diese haben in Grenchen dazu geführt, dass die bestehende Piste nicht mehr in der gesamten Länge genutzt werden kann. Mit einer Verlängerung der Piste um 450 Meter will der Regionalflugplatz den Besitzstand von vor 2008 wieder herstellen.

Damit sollen in Zukunft Geschäftsflüge ohne Einschränkungen bezüglich Beladung und Betankung von Grenchen aus operieren können. Flughafenexponenten und Industriekreise sprechen von einer Wertschöpfung von 20 Mio. Franken jährlich durch die Verlängerung. (ldu/lfl/sda)