Kirche
Reformierte müssen Mitgliederschwund bezahlen

Die finanziellen Prognosen für Reformierte Kirchgemeinde von Grenchen und Bettlach sind düster. Der Kirchgemeinderat zeigt sich dennoch zuversichtlich.

Patrick Furrer
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Solothurner Zeitung

Die Reformierten von Grenchen und Bettlach arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Kirchgemeinde zu stärken. Wie schon im Vorjahr waren die abnehmenden Mitgliederzahlen auch an der Gemeindeversammlung von letztem Montag ein heisses Thema.

Nicht zuletzt deswegen, weil die finanziellen Prognosen ein eher düsteres Bild zeichnen. So wird der Ertrag aus der Kirchensteuer ab 2012 kontinuierlich sinken. Im Budget 2011 ist erstmals wieder ein Defizit von 9250 Franken vorgesehen. Dank dem Eigenkapital sind die roten Zahlen aber vorerst noch unbedenklich.

Budget pessimistisch gerechnet

Urs Neuhaus, Präsident der Finanzkommission, führte durch den Voranschlag 2011. «Seit die Steuergesetzrevision 2008 in Kraft getreten ist, gibt es immer noch Unsicherheiten über den künftigen Steuerertrag», erklärte er. Immerhin rechnet die Kirchgemeinde fürs nächste Jahr mit 100000 Franken Mehreinnahmen bei den Steuereinnahmen von Privatpersonen. Gleichzeitig dürfte jedoch ein Minderertrag von knapp 70000 Franken aus dem Finanzausgleich resultieren. «Angesichts der guten Ergebnisse der letzten Jahre scheint das Ergebnis aber vertretbar.»

Für das kommende Jahr rechnet die Kirchgemeinde wieder mit mehr Investitionen. Den grössten Brocken mit 70000 Franken stellt die Sanierung der Aussentreppe beim Zwinglihaus dar.

Wie Kirchgemeinderatspräsident Rolf Enggist erklärte, ist die Erneuerung wichtig, um die Sicherheit auf der bröckelnden Treppe zu gewährleisten. Die gesamten Nettoinvestitionen betragen 100000 Franken. Es resultiert ein Finanzierungsfehlbetrag von 64250 Franken.

Auch der Finanzplan 2011 bis 2014 veranlasst kaum zu Freudensprüngen. «Im Jahr 2012 tritt der zweite Teil der Steuergesetzrevision in Kraft, und wir müssen wieder mit einem tieferen Steuerertrag rechnen», erklärte Urs Neuhaus. 2012 könnte so ein Defizit von über 230000 Franken resultieren. «Wir hoffen, die effektiven Zahlen werden besser sein», erklärte Neuhaus. Vorgesehen ist, den Steuerfuss bei 12,5 Prozent zu belassen. «Sollte aber keine Besserung einkehren, müssten wir uns Massnahmen überlegen.»

Schuld sind auch die Austritte

Ein Votant bemerkte, dass die schlechten Zahlen auch mit den Kirchenaustritten zu tun hätten. Dem musste Präsident Enggist beipflichten, allerdings erklärte er, dass sich die Austritte bei 40 bis 50 jährlich eingependelt hätten.

Aktuell zählt die Kirchgemeinde rund 6500 Mitglieder. Vor fünf Jahren waren es über 7100. Man arbeite mit dem Umstrukturierungsprojekt «lebendige Gemeinde» mit Hochdruck daran, die Leute zu bewegen, dass sie sagen: «Da bleibe ich dabei, da laufe ich nicht davon.» Die Projektkosten sind im Budget enthalten.

Im Seniorenbereich und der verstärkten Einbindung von Kindern und Jugendlichen habe man erste Erfolge erzielt. Im vergangenen Jahr sind so beispielsweise neue Kinder- und Jugendgruppen entstanden. Budget 2011 und Finanzplan wurden von der Versammlung einstimmig genehmigt.