Blue Community wurde schweizweit durch den Beitritt der Stadt Bern bekannt. Im Kanton Solothurn ist die Reformierte Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach die erste Institution, die sich dieser weltweiten Bewegung angeschlossen hat. Neben der grundsätzlichen Anerkennung von Wasser als Menschenrecht, setzt sie sich dafür ein, dass Wasserdienstleistungen in der öffentlichen Hand bleiben, dass wenn möglich Leitungswasser anstelle von Flaschenwasser konsumiert wird und sie unterstützt ein Projekt von HEKS, welches sich für öffentlich-öffentliche Kooperationen einsetzt.

Das Projekt wurde von der Oeme-Kommission (Oekumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit) der Kirchgemeinde angestossen. Deren Vertreter wiesen unter anderem darauf hin, dass auf der Welt immer noch 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser hätten, 80 Prozent der Krankheiten in den Entwicklungsländern auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen seien, und dass täglich 10'000 Menschen an den Folgen einer schlechten Wasserversorgung sterben würden, darunter viele Kinder.

Kritisiert wurde auch, dass Ernährungs-Multis in Staaten wie zum Beispiel Afghanistan Wasser abschöpfen und danach teuer verkaufen könnten, während die einheimische Bevölkerung unter Mangel leiden würde.

Blue Community will vor allem ein Zeichen der Solidarität setzen und warnt vor den Folgen, die mit der Verknappung von Wasser einhergehen könnten. Immerhin hegten auch schon UNO-Generalsekretäre die Befürchtung, dass künftige Kriege um Wasser geführt werden könnten.

Pfarrer Marcel Horni erinnerte an den Propheten Amos, der forderte, dass Recht fliessen solle wie Wasser. Es könne nicht angehen, dass Wasser nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage gehandelt werde. Lisa Krebs als Vertreterin der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn würdigte das Engagement der Grenchner und Bettlacher und zeigte sich überzeugt, dass dieses von anderen Institutionen oder Gemeinden wahrgenommen und (hoffentlich) auch nachgeahmt wird. Handeln ist wichtiger als reden, fasste Kirchgemeindepräsident Martin Joss zusammen. Mit ihrem Handeln haben die Reformierten ein Zeichen gesetzt.