GRenchen-Bettlach
Positive Rechnung und die Suche nach neuen Gemeinderäten prägte die Versammlung der reformierten Kirchgemeinde

An der Gemeindeversammlung der reformierten Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach genehmigten die Anwesenden die Rechnung, die aufgrund von Corona besser ausgefallen war als erwartet.

André Weyermann
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Kirchgemeindepräsidentin Nelly Furer (Mitte) dankte den zurückgetretene Veronika Scheidegger und Robert Gerber für ihre grosse Arbeit im Kirchgemeinderat. Es fehlt der ebenfalls nicht mehr angetretene Urs Rüefli.

Kirchgemeindepräsidentin Nelly Furer (Mitte) dankte den zurückgetretene Veronika Scheidegger und Robert Gerber für ihre grosse Arbeit im Kirchgemeinderat. Es fehlt der ebenfalls nicht mehr angetretene Urs Rüefli.

André Weyermann

Die Rechnung 2020 der reformierten Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach schliesst mit einem Ertragsüberschuss von etwas über 27'000 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 177'000 Franken. Die Bruttoinvestitionen betrugen 525'000 Franken, was einen Selbstfinanzierungsgrad von mageren 5,88 Prozent bedeutet.

Sowohl Verwalter Sven Schär als auch Kirchgemeinde-Vizepräsident Robert Gerber, der das Ressort Finanzen betreut, verwiesen an der Gemeindeversammlung darauf, dass das gute Resultat insbesondere der Corona-Krise geschuldet sei, da nur wenige Anlässe stattgefunden hätten.

Letzterer warnte davor, nun Begehrlichkeiten zu formulieren: «Unsere Finanzaussichten sind nicht so gut. Corona wird seine Auswirkungen auch in einem tieferen Steuerertrag in Zukunft haben.» Dazu drohten künftig Negativzinsen. Tatsächlich betragen die flüssigen Mittel der Kirchgemeinde knapp 2,1 Millionen Franken.

Angesichts anstehender Investitionen, schwindender Mitgliederzahlen und den Mindereinnahmen aus dem Finanzausgleich (-150'000 Franken), die auch in den kommenden Jahren schmerzlich fehlen werden, stellt dies ein genügendes, aber wahrlich kein komfortables finanzielles Polster dar.

Pilotgemeinde bei der neuen Rechnungslegung

Die einstimmig genehmigte Rechnung 2020 wurde zum ersten Mal mit dem neuen harmonisierten Rechnungslegungsmodell HRM2 erstellt. Grenchen ist als Pilotgemeinde damit den meisten anderen Gemeinden voraus, die ab 2022 zur Einführung verpflichtet sind. Über den Nutzen von HRM2 gehen die Meinungen auseinander, klar ist, dass das neue Modell mit Mehraufwand verbunden ist.

«Verwalter Sven Schär hat die Herausforderung mit Bravour gemeistert, was nicht überall der Fall sei», lobte Robert Gerber. Sowohl für ihn als auch für Veronika Scheidegger (Ressort Personal und Verwaltung) war es die letzte Versammlung als Kirchgemeinderat beziehungsweise Kirchgemeinderätin.

Präsidentin Nelly Furer verabschiedete die beiden mit kleinen Gaben und dankenden Worten. Sie hätten Enormes geleistet, viel Einsatz in nicht immer leichten Zeiten gezeigt und sie habe viel von ihrem Fachwissen profitieren können.

Stichwort Kirchgemeinderat: Dieser wurde in stiller Wahl für die neue Amtsperiode (2021-2025) gewählt. Allerdings konnten bisher nur sechs der vorgesehenen neun Posten vergeben werden. Während die drei Bettlacher Vertretungen besetzt werden konnten, geht sie Suche nach Grenchnerinnen und Grenchner, die sich engagieren möchten, weiter. Interessierte können sich deshalb gerne bei Kirchgemeindepräsidentin Nelly Furer melden (Kontaktdaten auf der Homepage).

Bis jetzt ein reines Frauenteam

Die feierliche Vereidigung des neuen Rates erfolgt am 22. August anlässlich eines Gottesdienstes. Im Moment steht ein reines Frauenteam fest:  Furer Nelly, Grenchen (Präsidentin); Schnyder-Bachmann Priska, Grenchen (Vizepräsidentin); Deck Daniela, Grenchen; Gäumann Marianne, Bettlach; Glanzmann Monika, Bettlach; Jost Claudia, Bettlach. Als Ersatz haben sich zur Verfügung gestellt: Neuhaus Tobias, Grenchen; Saladin Susanna, Grenchen; Steiner Jonas, Bettlach.

In ihrem Rückblick auf die letzten sechs Monate konnte Nelly Furer trotz eingeschränkter Möglichkeiten der Pandemie wegen von einer intensiven Zeit berichten, in der vieles realisiert wurde. Allerdings sei es auch nicht immer einfach gewesen. Viel unnötiges «Gschtürm» habe Energie gekostet, Energie, die anderswo gewinnbringender für alle hätte eingesetzt werden können. Der «Knatsch» gipfelte in der Petition der «IG Markus», die ein eigenes Dorfpfarramt in Bettlach fordert.  Nelly Furer kündete eine Beantwortung der Eingabe noch im Juni an.