Grenchen
Rechtzeitig zur EM ist das Velodrome bereit für den Showdown der Radler

Ein neunköpfiges OK hat ein Jahr für die Europameisterschaften der Bahnfahrer in Grenchen gearbeitet. Ab heute Mittwoch wird es im Velodrome von Athleten, Medienschaffenden und Fans nur so wimmeln. Auf diese wartet ein grosses Programm.

Andreas Toggweiler
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Das polnische Team trainiert im Velodrome Suisse
7 Bilder
Der Brite Bradley Wiggins schiebt sein Rad zur Bahn
Die Briten Matt Crampton und Jessica Varnish
Training im Velodrome Suisse für die Rad-EM
Das britische Team beim Training
Die Schweizer Radrennfahrer Claudio Imhof, Olivier Beer, Loic Perizzolo, und Tristan Marguet schauen beim Training anderer Teams zu.
Claudio Imhof, Olivier Beer, Stefan Küng und Frank Pasche und der Trainer Daniel Gisiger (hinten) während einer Medienkonferenz

Das polnische Team trainiert im Velodrome Suisse

Keystone

Am Mittwochabend wird Sportminister Ueli Maurer die Bahn-Europameisterschaften der Elitefahrer im Nationalstadion der Radfahrer eröffnen. Nicht nur die Zelte beim Velodrome-Eingang weisen auf den Anlass hin. Auch auf den Strassen der Stadt wird dieser sichtbar.

Immer wieder begegnet man seit Montag Gruppen von in Nationaltrikots gekleideten Fahrern, welche sich auf Strassenvelos auf kleine Trainingsrunden in der Region begaben.

«Die Teams sind am Wochenende eingetroffen und haben gleich mit den Trainingsvorbereitungen begonnen», erläutert OK-Mitglied Selina Kuepfer vom nationalen Radsportverband Swiss Cycling. Ihre Aufgabe innerhalb des neunköpfigen OKs ist unter anderem die Betreuung der Medien.

Selina Kuepfer vom nationalen Radsportverband Swiss Cycling ist im Organisationskomitee und Mediensprecherin der EM.

Selina Kuepfer vom nationalen Radsportverband Swiss Cycling ist im Organisationskomitee und Mediensprecherin der EM.

Andreas Toggweiler

Budget von 600 000 Franken

Das Gremium unter der Leitung von Nik Iseli mit fünf Vertretern von Swiss Cycling und vier Mitarbeitenden des Velodrome Suisse ist seit einem Jahr an der Arbeit, als Grenchen den Zuschlag für die Durchführung der Europameisterschaft erhielt. Man verfügt über ein Budget von 600 000 Franken.

Gibt es genügend Hotelbetten – und Parkplätze?

Ziel der Organisatoren sei, dass in den fünf Tagen von Mittwoch bis Sonntagabend insgesamt 8000 Zuschauer im Velodrome empfangen werden können, umreisst OK-Mitglied und Mediensprecherin Selina Kuepfer das Ziel der Organisatoren. Ob jederzeit genügend Parkplätze zur Verfügung stehen werden, kann sie allerdings nicht garantieren. Immerhin habe man von der Stadt die Erlaubnis erhalten, auch blaue Parkplätze um das Velodrome diese Woche ohne Einschränkung zu
nutzen.

Keine Probleme habe man mit der Unterbringung der Gäste in den Hotels der Region gehabt, da man frühzeitig reservieren konnte, erklärt Kuepfer. Dabei wurden Hotels von Wangen an der Aare bis Biel berücksichtigt. Die Schweizer Fahrer residieren im Grenchner Hotel Airport. Das Hotel Krebs (15 Zimmer) vermeldet voll ausgebucht, ebenso das «Passage» mit 18 Zimmern am Mittwoch, Donnerstag und Samstag. Mehrere Mannschaften sind im grössten Hotel der Region Grenchen, dem «St. Urs und Viktor» in Bettlach (73 Zimmer), untergebracht. Auch dort ist man im Zusammenhang mit der Bahn-EM «quasi ausgebucht», wie es auf Anfrage heisst. (at./om)

Grösster Sponsor mit 100 000 Franken ist die Stadt Grenchen, gefolgt von BMC mit einem Beitrag von 40 000 Franken. Tissot stellt zudem die professionelle Zeitmessung gratis zur Verfügung.

«Nebst der ordentlichen Tätigkeit für den Radsportverband noch die EM zu organisieren, ist schon eine Herausforderung gewesen», so Kuepfer.

Nebst der Sponsorensuche, den Kontakten zu den Teilnehmern, der Organisation der Verpflegung und Unterkünfte war die Rekrutierung von freiwilligen Helfern eine wichtige Aufgabe, wie Kuepfer erläutert. Ein Aufruf im «Stadtanzeiger», Social Media und Kontakte zu den Radsportvereinen führten zum Erfolg.

Live in über 100 Länder

Die Volontäre würden vor allem im Empfangs- und Eintrittsbereich eingesetzt, bei der Akkreditierung sowie in der Verpflegung. Da wird in den nächsten Tagen einiges an Arbeit auf sie zukommen: 281 Athletinnen und Athleten aus 27 Nationen werden empfangen, dazu jeweils der zugehörige Stab von Helfern (209 Personen).

Dazu jede Menge Journalisten: 45 Reporter, 27 Fotografen und 41 TV-Techniker. Die Bahn-EM wird vom Westschweizer Fernsehen RTS gefilmt und von Eurosport International grösstenteils live in HD über 100 Länder übertragen, am Samstagnachmittag sendet auch SRF 2 live aus dem Velodrome.

«Ein Gewinn für Swiss Cycling»

Die Büros des nationalen Radsportverbandes Swiss Cycling befinden sich seit dessen Eröffnung im Velodrome Suisse in Grenchen. 16 Personen arbeiten für den Verband im Velodrome und Betreuen insgesamt neun Radsport-Disziplinen, wovon fünf olympisch sind. «Dieser Wechsel von unseren Büros in Ittigen an einen Ort, wo man in direkten Kontakt mit den Sportlern kommt, war für uns alle ein Gewinn», meint Swiss-Cycling-Sprecherin Selina Kuepfer. Die gebürtige Tessinerin arbeitet seit acht Jahren für Swiss Cycling. In Grenchen wurde seither in Zusammenarbeit mit dem Bundsamt für Sport ein nationales Leistungszentrum aufgebaut. «Nebst dem Spitzensport ist aber auch der Breitensport für uns ein grosses Anliegen», erklärt Kuepfer. Swiss Cycling (Schweizer Radfahrerbund SRB) hat derzeit rund 30 000 Mitglieder, davon mehr als die Hälfte Aktive. (at.)

Die Zahl der ausgetragenen Disziplinen ist vielfältig. Was empfiehlt Kuepfer für Zuschauerinnen und Zuschauer mit weniger Fachwissen? – «auf jeden Fall die Sprint-Disziplinen», meint die Mediensprecherin.

«Und natürlich brauchen wir viele Leute, welche die Schweizer Fahrer anspornen.» Das Schweizer Mannschaftsverfolgungs-Team ist am Donnerstag im Einsatz, die Einzelfahrer am Samstag, darunter auch der Schweizer Weltmeister Stefan Küng.

Am Donnerstag will Nationaltrainer Daniel Gisiger mit dem Schweizer Bahn-Vierer die Olympiaqualifikation für Rio 2016 schaffen. Natürlich ist auch der britische Stundenweltrekordhalter Bradley Wiggins mit von der Partie.

Eintritt ab 10 Franken

«Es gibt also jeden Tag viel zu sehen», meint Kuepfer. Auch die flächendeckende Fernsehübertragung kann dabei ein Live-Erlebnis nicht ersetzen. Mit 35 Franken für eine Tageskarte habe man die Eintrittspreise moderat angesetzt, meint Kuepfer. Wer nur mal etwas Rennluft schnuppern will, kann aber auch für 10 Franken einen halben Tag Vorläufe verfolgen.

Verpflegungsmöglichkeiten gibts im Velodrome, im Stadionrestaurant und im Festzelt auf dem Vorplatz. Nach dem Rennschluss gibts von Donnerstag bis Sonntag jeweils noch eine After-Hour-Party im leer stehenden ehemaligen Firmengebäude der ehemaligen Ramseyer Technology.

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