"Res ubique/Buser" Stadion

Rechtfertigungen rund um den Stadionsponsor

Der Turnverein Grenchen erhält von Peter Buser 1,5 Mio. Fr. für das neue Sportstadion, das künftig dessen Namen tragen soll für mindestens 30 Jahre. V.l.: Peter Buser, Elias Meier.

Der TVG-Geschäftsleitungsvorsitzende Elias Meier (rechts) fädelte den Deal mit Peter Buser (links) ein

Der Turnverein Grenchen erhält von Peter Buser 1,5 Mio. Fr. für das neue Sportstadion, das künftig dessen Namen tragen soll für mindestens 30 Jahre. V.l.: Peter Buser, Elias Meier.

Die Verantwortlichen für den Sponsoring-Entscheid für das TVG-Stadion rechtfertigen sich. Der Stadtpräsident sieht die Verantwortung beim Verein.

Der Entscheid des TV Grenchen, von einem Finanzunternehmer und Lebemann mit schillerndem Auftritt 1,5 Mio. Fr. für den Neubau des Leichtathletikstadions entgegenzunehmen, wirft weiterhin Fragen auf. Insbesondere diejenige, warum der Stadtpräsident an einer Medienkonferenz des Turnvereins in dieser Angelegenheit auftritt, wo doch die Stadt weder Besitzerin des Stadions noch Bauherrin des Projektes ist.
«Stadion voranbringen»

Vielleicht sei es auch ein Fehler gewesen, meint Stadtpräsident François Scheidegger im Nachhinein und betont, dass das Ganze von Elias Meier eingefädelt wurde. Er habe auf dessen Bitten hin an der Veranstaltung teilgenommen, auch im Bemühen, den TV Grenchen bei seinen Bemühungen, um die Realisierung des Stadions zu unterstützen. Es sei ihm zwar schon bewusst gewesen, dass Meier – Geschäftsleitungsvorsitzender des TV Grenchen und Gegenkandidat Scheideggers bei den letzten Stadtpräsidentenwahlen – eine «aussergewöhnliche Person» präsentiert habe. Er habe Buser vorher erst einmal gesehen, und zwar etwa vor drei Wochen an einem Nachtessen mit den TVG-Verantwortlichen im «Grenchner Hof».

«Grosses öffentliches Interesse»

Scheidegger betont, dass es ihm einzig und allein darum gehe, den Stadionneubau voranzubringen. Dies sei auch im Sinne der Stadt. «Ich musste eine Güterabwägung vornehmen», meint der ehemalige Richter. «Es gibt auch ein grosses öffentliches Interesse, dass wir beim Stadionneubau in der Sportzone vorankommen.» Immerhin habe die Stadt eine Million Franken an das Projekt gesprochen. Die Stadt habe das Projekt bisher auch eng begleitet und in gewisser Weise auch mitgelitten darunter, dass bisher beim Sponsoring kein Durchbruch habe erzielt werden können.

Letztlich, so Scheidegger weiter, trage aber der Turnverein als Eigentümer des Stadions die Gesamtverantwortung – auch dafür, wen er als Hauptsponsor auswähle. Dass die Stadt das von der Politik bereits so abgesegnete Projekt noch stoppen könnte, glaubt Scheidegger nicht.

Hin- und hergerissen?

Auch turnvereinsseitig ist man bemüht, den Ball flach zu halten. Vorstandsmitglied Theo Schild, der das Dossier zusammen mit Elias Meier betreut, plädiert dafür, die Person Peter Buser in den Hintergrund zu rücken. «Wir sollten primär das sehen, was wir für dieses Geld realisieren können», betont Schild. Das Stadion werde ja nicht Peter Buser-Stadion heissen, sondern «res ubique/Buser»-Stadion», meint Schild. Res ubique sind zwei lateinische Wörter ohne spezielle Bedeutung als Ausdruck. Sie heissen «Sache» (res) und «überall» (ubique). Auf dem Logo erkennt man, dass es rückwärts gelesen ebenfalls das Wort Buser enthält.

Private Peter Buser-Strasse

Auf dem privaten Stadiongelände soll zudem eine Peter Buser-Strasse entstehen, gibt Schild ein weiteres Detail bekannt. Bei der poetischen Ausschmückung des Stadions durch Buser werde man «darauf achten, dass er zum Standort passt». Etwas provokativ oder politisch nicht ganz korrekt dürfe es aber schon sein. Die Frage schliesslich, ob eine Generalversammlung des Turnvereins im Wissen aller Fakten dem Sponsoringvertrag zugestimmt hätte, lässt Schild offen. Dieser wurde bis anhin nicht publiziert. Man habe die Kompetenz von der GV erhalten, einen Sponsor zu suchen und keine speziellen Vorgaben bekommen, betont er.

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