Die diesjährige Grenchner Jungbürgerfeier stand unter einem ganz besonderen Stern. «Ihr seid der erste Jahrgang im neuen Jahrtausend», verkündete Mike Brotschi, Verantwortlicher Sport und Jugend der Stadt Grenchen, am Freitagabend im Parktheater vor den 18 versammelten Jungbürgerinnen und Jungbürgern.

Grund genug für Brotschi, um im Vorfeld der Frage nachzugehen, was denn im Jahre 2000 eigentlich alles in der Welt so geschehen war. Dabei machte er sowohl interessante wie auch kuriose Funde. So flimmerte beispielsweise zum ersten Mal die Promisendung «Big Brother» über die Mattscheiben und avancierte sogleich zum Publikumsmagneten. Oder der PC-Virus «I love you», der per Mail verbreitet wurde, infizierte weltweit Millionen Computer.

Aber nicht nur in der in der Ferne, auch in Grenchen geschah damals so einiges: Die Uhrenstadt bekam ihren ersten Nachtbusanschluss auf der Strecke Lyss-Biel-Bern. Auf der Autobahn A5 fand der Tag der offenen Tür statt, bei dem die Bevölkerung zu Fuss, auf dem Velo oder mit den Inlineskates den neuen Streckenabschnitt erkunden konnte. Weiter wurde der Gemeinderat von 30 auf 15 Köpfe reduziert, der erste Grenchenberglauf durchgeführt und über das Kabelnetz der GAG konnte man neu im Internet surfen.

Rechte und Pflichten wahrnehmen

Vor der Gelöbnisabnahme erläuterte Stadtpräsident François Scheidegger den Jungbürgern sowohl ihre neuen Rechte als auch Pflichten. Zudem forderte der Stapi die Jungen dazu auf, ihre politische Verantwortung wahrzunehmen. Ins selbe Horn stiess auch Gastredner Roland Heim: «In anderen Ländern», so der Landammann, «müssen die Menschen auf die Strasse gehen und für ihre demokratischen Rechte kämpfen, während es in der Schweiz als selbstverständlich hingenommen wird». Dabei gehe leicht vergessen, dass es deswegen vor hundert Jahren auch in Grenchen zu drei Toten gekommen sei, erklärte Heim in Ermahnung an das Jubiläum des Landesstreiks.

Für die Jungbürger gab es an diesem Abend aber auch etwas zu tun. Bei einem Wettbewerb konnten sie ihr Wissen über die Uhrenstadt unter Beweis stellen. Als Sieger aus dem Quiz ging Xaver Egloff hervor, der sich dadurch einen Gutschein der Metro Boutique im Wert von 100 Franken sicherte. (psg)