Zwei Themen dominierten den Rapport der Stadtpolizei Grenchen, der zum ersten Mal im Velodrome über die Bühne ging. Zum einen orientierte Polizeikommandant Robert Gerber über eine Studie, welche die Sicherheitslage in der Schweiz im Jahr 2025 zum Gegenstand hat.

Auch die Musterrolle, welche das Polizeikorps der Stadt Grenchen hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei spielt, durfte nicht unerwähnt bleiben.

Beim im Herbst vorgestellten Schlussbericht zur Evaluation der Zusammenarbeit der Polizei Kanton Solothurn mit den Stadtpolizeien in Grenchen, Olten und Solothurn, stachen die Resultate der Befragungen in Grenchen geradezu heraus (wir berichteten).

In Sachen Zufriedenheit mit dem neuen Arbeitsmodell, Korpsgeist, Regelung der Zuständigkeiten und Verbesserung der polizeilichen Arbeit liessen die Grenchner die anderen Polizeien klar hinter sich. «Es ist gelungen, gemäss den Vorgaben eine gut funktionierende Polizeiorganisation aufzubauen», hielt denn auch Gerber am Rapport fest.

«Das zeigt sich unter anderem auch darin, dass unsere Kollegen von der Kapo heute Abend sämtliche Dienste übernommen haben, damit wir heute alle am Rapport teilnehmen können.»

Lob vom neuen Stapi

Auch François Scheidegger, der erstmals in der Funktion des Stadtpräsidenten dem Anlass beiwohnte, gratulierte zu diesem «bravourösen Abschneiden» und bedankte sich für die unverzichtbare Polizeiarbeit, welche oft nicht einfach sei. Er betonte ferner, «dass es eigentlich kein modernes Grenchen ohne Stadtpolizei» geben könne, unterstrich aber gleichzeitig, dass die Polizei eine bewegliche Organisation bleiben müsse, welche sich immer wieder neuen Rahmenbedingungen anpasse.

Dies sei insbesondere für die Mitarbeitenden eine Herausforderung. «Es gibt keine Anzeichen, dass das Produkt Sicherheit in Zukunft an Bedeutung verlieren wird.» Im Gegenteil: Die Erwartungen an die Polizei würden immer grösser und dies für Angelegenheiten, die früher in der Familie oder im Dorf geregelt wurden.

Damit nahm Scheidegger die Resultate einer Studie über die Sicherheitslage in Schweizer Städten im Jahr 2025 auf, welche Robert Gerber zuvor vorgestellt hatte.

Auge auf die Nachbarschaft

33 Pilotstädte wurden untersucht, darunter auch Grenchen. «2025 ist für die Bevölkerung Sicherheit möglicherweise wichtiger als der Steuersatz», bilanzierte Gerber. Auf dem künftigen Sorgenbarometer werden Littering, Alkoholmissbrauch und Jugendgewalt die ersten drei Ränge belegen, gefolgt von häuslicher Gewalt , Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Um die Probleme einzudämmen, müsse nicht nur die Polizei bürgernäher werden, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger einen Schritt aufeinander zu machen. Gerber erwähnte ihn diesem Zusammenhang die immer noch laufende Aktion «Vorsicht! Wachsamer Nachbar».

François Scheidegger konnte folgende Beförderungen im Polizeikorps vornehmen: Gefreiter Kilian Messerli zum Korporal (Kpl) mit besonderer Verantwortung (mbV), Kpl mbV Marc Hauser zum Wachtmeister (Wm), Kpl mbV Roland Urbanyik zum Wm und in Abwesenheit Kpl mbV Christine Schneeberger zum Wm. Als Polizeiassistentin vereidigt wurde Edith Riedweg.

Statistik und Spektakuläres

Vizekommandant Hugo Kohler hielt Rückblick auf ein vielfältiges Polizeijahr mit Aktionen in der Schule, Ferienpass oder Orsani als Trickdieb an der mia. 2013 wurden 233 Strafanzeigen wegen Verkehrsdelikten registriert (davon 71 Geschwindigkeit), 458 weitere Strafanzeigen, davon 110 Diebstähle, 87 Einbrüche, 74 Sachbeschädigungen, 41 Betäubungsmittelfälle, 23 Fahrzeugaufbrüche, 20 Drohungen, und 18 Tätlichkeiten.

Dabei betonte Kohler, dass 40 Prozent der Diebstähle zwar in Grenchen gemeldet, aber auswärts begangen wurden. Spektakulär waren eine Verfolgungsjagd nach einer Polizeikontrolle, bei der ein gestohlenes Auto zu Schrott gefahren wurde oder der erfolgreiche Grenchner Polizeihund Zaro, der im Oktober einen Einbrecher in Gerlafingen schnappte.

Der Täter, der am 1. Juni mit einer erbeuteten Bancomatkarte 11 000 Fr. «abzügelte», ist laut Kohler bekannt, aber noch flüchtig.