«Wir stellen fest, dass bei nüchterner Betrachtung die Planvorlage darin besteht, dass nichts gemacht wird, beziehungsweise gemacht werden muss.» Mit diesem Satz bezieht Rolf Allemann im Namen des Amts für öffentlichen Verkehr in Solothurn Stellung zur Planauflage zur Lärmsanierung beim Bahnhof Ost in Biberist. Diese Lärmsanierung sorgt nicht nur in Amt, sondern auch beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), dem Bundesamt für Verkehr (BAV) sowie bei der BLS für reichlich Gesprächsstoff.

Lärmgrenze überschritten

Nachdem die BLS im Jahr 2010 vom BAV den Auftrag erhalten hatte, die Lärmsituation im Bereich des Bahnhofs unter Berücksichtigung von Rangierlärm zu prüfen, wurden bei mehreren umliegenden Gebäuden Lärmgrenzwertüberschreitungen festgestellt. Diese wurden hauptsächlich von den Rangiermanövern der Sappi Schweiz AG verursacht. Seit Schliessung des Werks geht vom Sappi-Areal jedoch kein Rangierlärm mehr aus, weshalb die Lärmgrenzwerte heute überall eingehalten werden. Gemäss heutigem Stand geht das BAV nicht davon aus, dass bis Planungshorizont Ende 2015 mit Rangierlärm in gleichem Ausmass zu rechnen ist.

Nicht von allen wird diese Meinung aber geteilt. So erklärte Rolf Allemann im Antwortschreiben im Februar: «Es ist heute nicht auszuschliessen, dass das Areal in Zukunft – also bis Ende 2015 – wieder Rangiermanöver mit dem damit verbundenen Lärm bewirken wird.» Ohne auf diesen Einwand näher einzugehen, wurde von der BLS ein technischer Bericht verfasst, in dem noch einmal die Situation zusammengefasst wurde und man wiederum zum Entschluss kam, dass keine Massnahmen vorgenommen werden müssten.

Entscheid Anfang 2013

Im Juli wiederum veranlasste das Bundesamt für Verkehr eine öffentliche Planauflage, zu der sich Allemann zu Beginn dieses Monats äusserte. So lautete sein Fazit, dass nun eine Planvorlage gemacht wurde, welche daraus bestehe, dass nichts gemacht werde. Das BAV wird voraussichtlich Anfang 2013 entscheiden, ob beim Bahnhof Biberist Lärmschutzwände erstellt werden oder nicht. «Berücksichtigt wird dabei sowohl die Stellungnahme des Kantons als auch die Einsprache, die von der Hiag AG eingereicht wurde», erklärt ein BAV-Sprecher.

Hiag ist der Eigentürmer des ehemaligen Sappi Areals und geht genau wie Allemann davon aus, dass mit einer Wiederaufnahme einer industriellen und gewerblichen Nutzung des Areals zu rechnen ist. «Wir haben also die Einsprache eingereicht, damit die damit verbundenen Lärmimmissionen berücksichtigt werden», erläutert der Mediensprecher der Hiag Immobilien.