Bekanntlich planen die drei Raiffeisenbanken Solothurn, Wandflue und Weissenstein den Zusammenschluss für das nächste Jahr. An der Orientierungsversammlung im Parktheater wurden nun die Genossenschafter aus der Region Grenchen (Wandflue) über die geplanten Modalitäten und den aktuellen Stand aus erster Hand informiert.

Die neue Bank wird den Namen «Raiffeisenbank Weissenstein» tragen, über 20'000 Mitglieder besitzen, 89 Mitarbeitende beschäftigen (wovon 9 Lernende) und eine Bilanzsumme von 1,5 Milliarden Franken aufweisen. Juristischer Hauptsitz wird Solothurn sein, der operative Sitz ist in Grenchen vorgesehen.

Keine Kündigungen

Wie der designierte Verwaltungsratspräsident Silvio Bertini und der designierte Vorsitzende der Bankleitung Tony Broghammer betonten, wird es zu keinen Kündigungen kommen und auch die acht Geschäftsstellen bleiben erhalten. Für die Kunden werde sich also kaum etwas ändern. Zum Zusammenschluss habe man sich entschieden, da man sich insbesondre aufgrund der regulatorischen Anforderungen (Vorschriften vor allem seitens der FINMA) mit höheren Kosten konfrontiert sehe und die bisherigen Bankinstitute so an ihre betriebswirtschaftlichen Grenzen gestossen seien. Man erhofft sich Synergien und Kosteneinsparungen vor allem im administrativen Bereich.

Die genossenschaftliche Organisationsform bringt es mit sich, dass die Raiffeisenbank von jeher als bodenständig und geprägt von grosser Kundennähe gilt. So wollten sich denn auch weit über 500 Personen im vollen Parktheater informieren lassen. Und sie hatten auch Fragen, sodass sich nach der Präsentation eine interessante, gehaltvolle Diskussion entwickelte.

Ob denn nun nur noch am juristischen Hauptsitz (Solothurn) Steuern abgeliefert werden, wurde etwa gefragt. Dem sei nicht so, die Steuern würden auch weiterhin anhand der Abschlüsse der verschiedenen Geschäftsstellen an deren Standort erhoben, hiess die Antwort.

Wirtschaftliches Umfeld wird schwieriger

In welche Turbulenzen denn das «Schiff Raiffeisenbank Weissenstein» geraten könnte, wollte man im Saal ebenfalls wissen. Durch die bereits erwähnten vielseitigen gesetzlichen Vorschriften, aber auch durch ein wirtschaftliches Umfeld, das sich als zunehmend schwieriger erweise (tiefe Zinsmargen, starker Franken etc.) sehe man sich tatsächlich einem Gegenwind ausgesetzt, auf den es zu reagieren gelte. Dies geschehe nun mit der geplanten Fusion.

Im Weiteren erfuhr man, dass die bisherigen vertraglichen Vereinbarungen weiter laufen würden, dass die einzelnen Anteilsscheine einen Nominalwert von 500 Franken aufweisen. Man sei sich auch sehr sicher, keine «Leichen im Keller» zu haben, sodass auch aus den USA kaum etwas zu befürchten sei. Und selbstverständlich koste die Fusion auch etwas. Aber einerseits rechne man mit substanziellen Einsparungen im administrativen Bereich und andererseits sei auch klar, dass man sich bei Personalabgängen die Frage stellen wird, ob und wie diese zu kompensieren seien.

GV bleibt bestehen

Tony Broghammer betonte schliesslich, dass man nicht um des Wachsens willens wachsen wolle, sondern dass äussere Einflüsse diesen Schritt unumgänglich machen. «Die Raiffeisenbank bleibt die Raiffeisenbank», versprach er. Dazu gehöre selbstverständlich auch eine Generalversammlung als gesellschaftlicher Anlass.

Über die Fusion werden die Generalversammlungen der drei involvierten Organisationen kommenden Frühling abschliessend befinden. Am Mittwoch und am Donnerstag halten die beiden weiteren Genossenschaften vergleichbare Orientierungsveranstaltungen ab.