Grenchen/Pieterlen
«Quality Time» mit dem Papi am Vater-Kind-Weekend

Im Tipi übernachten und die Natur kennen lernen – das konnten am vergangenen Wochenende Kinder mit ihren Vätern in Pieterlen.

Nadine Schmid (Text und Foto)
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Reges Treiben auf dem Lagerplatz des Vater-Kind-Weekends.

Reges Treiben auf dem Lagerplatz des Vater-Kind-Weekends.

Vergangenes Wochenende fand unter perfekten Bedingungen das Vater-Kind-Weekend statt. Die Idee hinter dem Anlass: Väter und Kinder verbringen zusammen ein Wochenende in der Natur, amüsieren sich, lernen Praktisches aus der Natur, und schlafen im eigenen Zelt, unter freiem Himmel oder im Tipi. Die grosse, weite Lichtung unterhalb der Waldhütte Pieterlens kam für diesen Ausflug gerade recht. Am Samstagmorgen war Besammlung bei der Holzerhütte, von wo aus die Kinder mit ihren Papis und den Leitern gemütlich eine Stunde lang bis zum Ziel marschierten.

Nicht mehr gewohnt, draussen zu sein

«Bei der Veranstaltung geht es ums gemütliche Zusammensein, aber auch darum, mit der Natur vertraut zu werden», erklärte Marcel Horni, ein Leiter des Anlasses und Pfarrer der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach, die die Veranstaltung organisiert hat. «Viele Kinder sind sich heute nicht mehr gewöhnt, längere Zeit in der Natur zu verbringen. Beim Weekend können sie einige Tricks lernen, so beispielsweise, wie man Feuer macht oder einen Stecken schnitzt.» Tatsächlich sind auf Nachfrage Hornis rund ein Drittel der teilnehmenden Kinder bisher kaum in der Natur gewesen, ein weiteres Drittel ab und zu und das letzte Drittel ist Mitglied der Pfadi. Zehn Väter und vierzehn Kinder im Alter von fünf bis dreizehn Jahren haben sich angemeldet.

Pro Sekunde wachsen die Bäume der Schweiz so viel, dass vierzig solche Klötze entstehen würden
22 Bilder
Man konnte im Tipi, im eigenen Zelt oder unter freiem Himmel übernachten
Nach dem Blättersammeln sagt Förster Dario Wegmüller etwas über jedes gesammelte Blättchen
Vater und Sohn Frera lösen das Quiz nach der Waldführung
Marcel Horni zeigt, wie man aus einer Glut wieder ein Feuer macht
Vater Christophe Marti und Sohn Elia haben fürs Feuermachen trockenes Gras gesammelt
Weekend für Vater und Kind
Das Dachsfell wird betastet
Feuermachen Leiter Marcel Horni zeigt, wie man einen Funken erzeugt
Familie Lauber beim Beantworten des Quizes
Durch das Sammeln von Blättern und Pflanzen galt es die Artenvielfalt im Wald zu entdecken
Ein Wildschweinhuf
Die Haut eines Dachses fasziniert
Die Kinder staunten nicht schlecht über die Tierschädel
Die Kinder zeigen ihre Pflanzen und Blätter vor
Die Fragen sind gar nicht mal so leicht
Den Hund des Försters konnten die Kinder an der Leine führen
Den Kindern gefiel es draussen im Wald
Bei der Waldführung gabs Schädel zum Anschauen und Anfassen
Das Entfachen der Glut muss geübt sein
Damit die Glut entfacht, muss man kräftig blasen
Auch die Karte, die die Region zeigt, weckte Interesse

Pro Sekunde wachsen die Bäume der Schweiz so viel, dass vierzig solche Klötze entstehen würden

Nadine Schmid

Wofür der Wald alles da ist

Ein interessantes Programm erwartete die kleinen und grossen Teilnehmenden. Am Samstagnachmittag konnten sie einer Waldführung beiwohnen. Dario Wegmüller, Förster der Burgergemeinde Pieterlen, bezieht sein Publikum bei seinen Vorträgen gleich oft selbst mit ein. «Wofür braucht es Wälder?», fragte er ziemlich zu Beginn des Referats. «Er ist dafür da, dass Tiere einen Ort zum Wohnen haben», meldet sich eines der Kinder. Ein Junge erklärt weiter: «Er wandelt Kohlendioxid in Sauerstoff um.» Der Förster bejaht und fügt an: «Der Wald schützt auch vor Erdrutschen und Lawinen.»

Fasziniert betasteten die Kinder die Tierhäute, die Wegmüller kurz darauf vorzeigte. Auch die Schädel, Hörner und Hufe wurden beeindruckt herumgereicht.

Bei der Waldführung, die bei der Waldhütte abgehalten wurde, erfuhren die Kinder viel Wissenswertes, so beispielsweise, dass Efeu zwar den Stamm hochklettert, aber dem Baum selbst nicht schadet, oder was man alles Essbares im Wald findet. Auch die Arbeit eines Försters wurde ihnen nähergebracht. Indem jedes Kind und jeder Vater bis zu fünf verschiedene Pflanzen sammelte, wurde auf die Pflanzenvielfalt im Wald hingewiesen. Plötzlich zeigt Wegmüller einen Würfel von zwölf mal zwölf Zentimetern vor, um das Baumwachstum zu erklären. «Rechnet man das Wachstum aller Bäume in der Schweiz zusammen, so ergibt das pro Sekunde ungefähr vierzig solche Klötze.»

Auf zur Schnitzeljagd

Neben dem Tipi, in dem man sich schlafen legte, gab es auch ein zweites Tipi als Art Aufenthaltsraum, dessen Boden mit Teppichen bedeckt war. Die Leiter Horni und Simon Klaus, ein Helfer und zwei Köche betreuten den Anlass. Nach dem Vortrag hiess es für einen Teil der Väter und Kinder nach einem «Zvieri» auf zur Schnitzeljagd, während die andere Gruppe lernte, wie man aus Glut ein Feuer machen kann. Am Abend wurden am Lagerfeuer Geschichten erzählt und gesungen. Sonntagnachmittag hiess es dann Abschied nehmen und zurück zur Holzerhütte spazieren.

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