Vergangenes Wochenende fand unter perfekten Bedingungen das Vater-Kind-Weekend statt. Die Idee hinter dem Anlass: Väter und Kinder verbringen zusammen ein Wochenende in der Natur, amüsieren sich, lernen Praktisches aus der Natur, und schlafen im eigenen Zelt, unter freiem Himmel oder im Tipi. Die grosse, weite Lichtung unterhalb der Waldhütte Pieterlens kam für diesen Ausflug gerade recht. Am Samstagmorgen war Besammlung bei der Holzerhütte, von wo aus die Kinder mit ihren Papis und den Leitern gemütlich eine Stunde lang bis zum Ziel marschierten.

Nicht mehr gewohnt, draussen zu sein

«Bei der Veranstaltung geht es ums gemütliche Zusammensein, aber auch darum, mit der Natur vertraut zu werden», erklärte Marcel Horni, ein Leiter des Anlasses und Pfarrer der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach, die die Veranstaltung organisiert hat. «Viele Kinder sind sich heute nicht mehr gewöhnt, längere Zeit in der Natur zu verbringen. Beim Weekend können sie einige Tricks lernen, so beispielsweise, wie man Feuer macht oder einen Stecken schnitzt.» Tatsächlich sind auf Nachfrage Hornis rund ein Drittel der teilnehmenden Kinder bisher kaum in der Natur gewesen, ein weiteres Drittel ab und zu und das letzte Drittel ist Mitglied der Pfadi. Zehn Väter und vierzehn Kinder im Alter von fünf bis dreizehn Jahren haben sich angemeldet.

Wofür der Wald alles da ist

Ein interessantes Programm erwartete die kleinen und grossen Teilnehmenden. Am Samstagnachmittag konnten sie einer Waldführung beiwohnen. Dario Wegmüller, Förster der Burgergemeinde Pieterlen, bezieht sein Publikum bei seinen Vorträgen gleich oft selbst mit ein. «Wofür braucht es Wälder?», fragte er ziemlich zu Beginn des Referats. «Er ist dafür da, dass Tiere einen Ort zum Wohnen haben», meldet sich eines der Kinder. Ein Junge erklärt weiter: «Er wandelt Kohlendioxid in Sauerstoff um.» Der Förster bejaht und fügt an: «Der Wald schützt auch vor Erdrutschen und Lawinen.»

Fasziniert betasteten die Kinder die Tierhäute, die Wegmüller kurz darauf vorzeigte. Auch die Schädel, Hörner und Hufe wurden beeindruckt herumgereicht.

Bei der Waldführung, die bei der Waldhütte abgehalten wurde, erfuhren die Kinder viel Wissenswertes, so beispielsweise, dass Efeu zwar den Stamm hochklettert, aber dem Baum selbst nicht schadet, oder was man alles Essbares im Wald findet. Auch die Arbeit eines Försters wurde ihnen nähergebracht. Indem jedes Kind und jeder Vater bis zu fünf verschiedene Pflanzen sammelte, wurde auf die Pflanzenvielfalt im Wald hingewiesen. Plötzlich zeigt Wegmüller einen Würfel von zwölf mal zwölf Zentimetern vor, um das Baumwachstum zu erklären. «Rechnet man das Wachstum aller Bäume in der Schweiz zusammen, so ergibt das pro Sekunde ungefähr vierzig solche Klötze.»

Auf zur Schnitzeljagd

Neben dem Tipi, in dem man sich schlafen legte, gab es auch ein zweites Tipi als Art Aufenthaltsraum, dessen Boden mit Teppichen bedeckt war. Die Leiter Horni und Simon Klaus, ein Helfer und zwei Köche betreuten den Anlass. Nach dem Vortrag hiess es für einen Teil der Väter und Kinder nach einem «Zvieri» auf zur Schnitzeljagd, während die andere Gruppe lernte, wie man aus Glut ein Feuer machen kann. Am Abend wurden am Lagerfeuer Geschichten erzählt und gesungen. Sonntagnachmittag hiess es dann Abschied nehmen und zurück zur Holzerhütte spazieren.