Grenchen
Public Viewing gibts für Grenchner Fussballfans im «Baracoa»

Heute Abend startet die Fussball-Europameisterschaft. Wer die Spiele nicht zu Hause mitverfolgen will, kann in Grenchen während der ganzen EM die Spiele beim «Baracoa» live erleben.

Oliver Menge
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Mehmet Polat, Inhaber des «Baracoa» Grenchen, freut sich auf viele Fussballfans vor und in seinem Lokal.

Mehmet Polat, Inhaber des «Baracoa» Grenchen, freut sich auf viele Fussballfans vor und in seinem Lokal.

Oliver Menge

Mehmet Polat, der Inhaber des «Baracoa» an der Bettlachstrasse, ist selber begeisterter Fussballfan und spielt als Libero bei den Veteranen des FC Grenchen. Für ihn war schon länger klar, dass er während der Europameisterschaft vor seinem Lokal ein Public Viewing einrichten wird. «Das letzte Mal anlässlich der Weltmeisterschaft 2010 hatten wir im Schnitt 200 Personen, die bei uns die Spiele live verfolgten.»

Dass sich die Schweizer Nationalmannschaft nicht für die EM qualifizieren konnte, sei sehr schade und dämpfe die Euphorie etwas, meint Polat. Bei den Gruppenspielen werde sich das Fehlen der Schweiz sicherlich auf die Publikumszahlen auswirken, aber spätestens bei den Viertelfinals spiele das keine Rolle mehr, ist er überzeugt.

Übertragung in HD-Qualität

Schon heute Abend werden die ersten Spiele, Polen gegen Griechenland (Spielbeginn 18 Uhr) und Russland gegen Tschechien (Spielbeginn 20.45 Uhr), vor dem «Baracoa» in HD-Qualität übertragen. Zusätzlich zur Grossleinwand vor dem Lokal sind im Lokal zwei weitere Bildschirme montiert, auf denen die Besucherinnen und Besucher die Spiele verfolgen können. «Ava Sound» aus Bettlach ist für die gesamte Technik, die in den letzten zwei Tagen aufgebaut wurde, verantwortlich. «Wir bringen die Spiele mit modernster Technik auf die Leinwand», erklärt Polat. Gezeigt werden die Spiele, welche das Schweizer Fernsehen überträgt.

Das kulinarische Angebot wird für die Dauer der Spiele erweitert: Spezielle EM-Drinks und EM-Cocktails werden angeboten. Im Food-Corner gibts Bratwurst vom Grill, Pouletflügeli, Pommes frites und einiges mehr. Um seine Gäste zu bewirten, hat Polat zusätzliches Personal aufgeboten: Für Spiele, bei denen mit einem grossen Publikumsaufmarsch zu rechnen ist, wie zum Beispiel morgen Samstag beim Spiel Deutschland gegen Portugal um 20.45 Uhr oder dem Vorrunden-Highlight am Sonntag mit Spanien gegen Italien (Spielbeginn um 18 Uhr), kommen zusätzliche Aushilfen zum Zug.

Strenge Auflagen der Polizei

«Wir werden die Preise nicht erhöhen», sagt Barbetreiber Polat. Auch die Öffnungszeiten bleiben gleich, wie sonst auch. «Die Polizei hat uns diesbezüglich auch strenge Auflagen gemacht: Ab 0.30 Uhr darf niemand mehr draussen vor dem Lokal sein. Drinnen können wir innerhalb unserer normalen Öffnungszeiten und der bewilligten Verlängerungen – Donnerstag, Freitag und Samstagabend – weitermachen.»

Natürlich seien auch andere Auflagen gemacht worden: «Wir hatten noch nie Probleme, auch bei der WM 2010 nicht. Dennoch: Pro Spiel müssen wir mindestens zwei Security-Leute vor Ort haben, bei Spielen mit viel Publikum sogar drei bis vier, um mögliche Probleme schon im Keim zu ersticken.» Ausserdem müssen Polats Leute dafür besorgt sein, dass niemand die gesperrte Strasse mit einem Parkplatz verwechselt – die Bettlachstrasse bleibt während der ganzen Europameisterschaft bis zum 2. Juli für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Und selbstverständlich müssen die Lärmemissionen so gering wie möglich gehalten werden. «Wir wollen auf unsere Nachbarn und die Anwohner Rücksicht nehmen und werden auch kein lautes Musik-Happening veranstalten.» Auf die Lautstärke jubelnder Fussballfans habe er natürlich wenig Einfluss, meint Polat schmunzelnd.

Gefeiert wird aber trotz der Auflagen: «Wir planen, an einem oder zwei Wochenenden spezielle EM-Partys durchzuführen, Genaueres werden wir zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben, aber man darf sich überraschen lassen.»

Das einzige Public Viewing

Polats Public Viewing ist weit und breit das einzige, so viel er weiss. Und da es nichts Schöneres für einen Fussballfan gibt, als sich gemeinsam mit seinen Freunden ein Spiel anzuschauen und mitzufiebern, hofft er auf ein zahlreiches Publikum. Das lässt er sich auch etwas kosten: Auf rund 10000 Franken schätzt er die reinen Betriebskosten ohne Personalkosten. Mehrere regionale Unternehmen, KMU, Garagen und Handwerksbetriebe unterstützen das Vorhaben. «Ich bin sehr froh über dieses Sponsoring. Im Gegenzug können sich die Firmen bei mir präsentieren», sagt Polat.

Und wer wird Meister? Fussballexperte Mehmet Polat ist davon überzeugt, dass Spanien den Titel holt. «Eigentlich bin ich ja Holland-Fan, aber die Spanier spielen nach wie vor den attraktivsten Fussball. Mit ihrem faszinierenden Kurzpassspiel kommt einfach keine andere Mannschaft so richtig zurecht.