«Musik verbindet Menschen, gibt Kraft, Schwung und Spass.» Mit diesen Worten eröffnete Stadtpräsident François Scheidegger die Feier. «Das Pro Jazz ist beliebt und in Grenchen nicht mehr wegzudenken», so Scheidegger, der sich über das dreissigjährige Bestehen erfreut zeigte. Therese Frei vom Pro-Jazz-Team dankte in ihrer darauf gehaltenen Rede der Stadt Grenchen für ihre Unterstützung. «Die Stadt hat dieses Jubiläum überhaupt möglich gemacht.»

Drei Gastformationen

Pro Jazz hatte sich zum Jubiläum etwas Besonderes einfallen lassen und drei Bands eingeladen. Die zwanzig Musiker und Musikerinnen von UIB Jazz Orchestra (Region Biel Seeland und Jura) fesselten vom ersten Ton an. Ihr Repertoire setzte sich aus latinoamerikanischen Klängen, Filmmusik und Kompositionen von grossen Orchestern (Glenn Miller, Count Basie und Duke Ellington) zusammen.

Unter der Leitung von Joël Affolter boten sie den begeisterten Zuschauern Swing vom Feinsten. Im Auftaktstück «April in Paris» kam gemütliche, beschwingte Stimmung auf. «In the Mood» riss mit schnellem, fröhlichem Rhythmus den ganzen Saal mit.

Die zahlreichen Soli der Band wurden feinfühlig dargeboten. Sylvie Widmer, die Sängerin, überzeugte mit ihrer kraftvollen Stimme. Spielerisch und bestimmend sang sie unter anderem «Feeling Good» und «The lady is a Tramp» und zeigte mit ihrer Mimik und Gestik, dass sie ganz mit dem jeweiligen Stück lebte.

Danach führte die Jabahe-Band, bestehend aus erfahrenen Musikern und Menschen mit einer Behinderung, das Publikum um die Welt. Mit Trommeln, Gitarre, Rasseln, Querflöte und Glöckchen spielten sie unter anderem Volkslieder aus Mexiko und Skandinavien.

Dabei tanzten sie und sangen in der jeweiligen Sprache. Die teils meditative, teils fröhliche Musik hatte, wie auch Therese Frei, Leiterin der Band, anmerkte, nicht viel mit Jazz zu tun. Doch sie faszinierte und brachte der Band grossen, herzlichen Applaus ein.

Musikalischer Leckerbissen

Als dritter musikalischer Leckerbissen traten Harry Satchmo All Stars auf, die sehr beliebt unter den Zuschauern sind und alle zwei Jahre einmal im Pro Jazz auftraten, das erste Mal vor 25 Jahren.

Die sechs Schweizer Musiker spielten groovigen und zarten Dixieland. Sie wurden ihrem Namen gerecht und liessen die Zeit von «Satchmo» durch Stücke wie «Blueberry Hill» und «What a Wonderful World» aufleben. Dies nicht zuletzt wegen Harry Satchmo alias Heinz Güntlisberger, der mit seiner rauchigen Stimme an Louis Armstrong erinnerte.

Die Soiree war ein Erfolg und gut besucht. Nicht nur für die Musik, sondern auch für die Verköstigung war gesorgt. Nach den drei musikalischen Leckerbissen liessen die Feiernden den Abend noch bis in die Nacht hinein ausklingen.