Bettlach

Privater Sammler eröffnet Museum mit Werken von Frank Buchser

Dank privater Initiative von Beat Leimer ist eine kulturelle Lücke im Kanton Solothurn geschlossen worden. Der Kurator hat eine Leidenschaft für die Werke des Feldbrunner Künstlers Frank Buchser entwickelt und ein kleines Museum eröffnet.

Frank Buchser, der Maler aus Feldbrunnen, ist bis heute unvergessen, auch wenn man allgemein nur noch wenig über ihn weiss. Man fährt in Feldbrunnen an seinem Wohnhaus vorbei und liest die steinerne Tafel mit Buchsers Lebensdaten: von 1828 bis 1890. Im Kunstmuseum Solothurn sind ein paar seiner wichtigsten Werke zu sehen.

So zum Beispiel «Im Sonnenschein», das Bild mit dem sitzenden Mädchen voller Sonnenflecken unter einem Sonnenschirm, das berühmte Porträt des «General Sutter» oder «Der Markt von Tanger». Und genau dieses Bild, welches Buchser 1880 malte, hatte im Jahr 1990 in einer Ausstellung zum 100. Todestag des Malers im Kunstmuseum Solothurn den Bettlacher Beat Leimer so begeistert, dass er mehr über diesen Maler erfahren wollte.

Abenteuerliche Bildersuche

Leimer beschloss, sich Buchser-Bilder anzuschaffen. «Das Erste war eine Ölstudie im Jahr 1999», erzählte er. Viele weitere in den kommenden Jahren folgten. Am Donnerstagabend konnte nun eine kleine Gruppe Freunde, Bekannte und Involvierte einen ersten Augenschein davon nehmen, wie sich eine Sammelleidenschaft immer weiter entwickelte.

Wie die Bestände und das Wissen darüber schliesslich dazu führen, dass ein Sammler mit seinem Steckenpferd ein öffentliches Museum einrichten kann. An seiner Privatadresse hat Beat Leimer nach rund 15 Jahren Beschäftigung mit dem Künstler das «Frank Buchser Museum» eingerichtet. In fünf lichtdurchfluteten Zimmern sind rund 40 Werke des Künstlers aus allen Schaffensepochen zu sehen.

Direkt beim Eingang sind auf einer Übersichtstafel die Reisen des Malers, der auch ein Abenteurer war, nachzuverfolgen. Die Bilder hängen dann nach Ländern und Themen gegliedert. Meist sind Menschengruppen darauf zu sehen.

Bauernmädchen in ihrer Tracht auf einem Hügel sitzend, ein spanischer Musikant, ein Fischermädchen an der südenglischen Küste. Ein Blick durch die Strassen von Fès, schwarze Knaben, die mit Murmeln spielen, eine schweizerisch-bürgerliche Familie, eine schöne Unbekannte.

Buchser malte die verschiedensten Volkstypen, die Menschen faszinierten ihn. Aber auch fremdartige Landschaften wie Meeresküsten, trockene Wüstengegenden oder das ländliche Amerika der Gründerzeit.

Fast so abenteuerlich wie Frank Buchsers Leben, war auch manche Beschaffung der Bilder durch Beat Leimer. «Manches Bild habe ich in Auktionen kaufen können. Es gab viele intensive Kontakte mit früheren Besitzern, Freundschaften sind gar entstanden.

Nächtliches Suchen im Internet, tagelange Verhandlungen war üblich. Für eines der heute sehr begehrten Bilder mit Afroamerikanern reiste Leimer bis nach North Carolina. «Ich habe Zehntausende von Kilometern gemacht für diese Bilder», meinte der stolze Sammler und er habe erfahren: «Viele Leute in der ganzen Welt haben Frank Buchser verehrt.»

Tumult im «Misteli-Gasche»

Leimers Ziel mit diesem Museum ist, dem Leben und Schaffen Buchsers den verdienten Stellenwert im kulturellen Gedächtnis des Kantons Solothurn zu geben. «Vor allem auch jüngere Leute werden sich für Buchser begeistern», ist Leimer überzeugt.

«Er war nicht nur Maler, sondern führte auch ein aufregendes Leben.» Über dieses Leben sprach an der kleinen Eröffnungsfeier Kunsthistorikerin Roswitha Schild. Sie setzt sich schon seit längerem intensiv mit Buchser auseinander und kennt viele interessante Müsterchen. Ein Beispiel: «Als Buchser einem Regierungsrat einmal im Misteli-Gasche in Solothurn ein Weinglas an den Kopf warf, war es wieder mal Zeit, ins Ausland abzureisen.»

Unter den Gästen war auch Regierungsrat und Kulturdirektor Remo Ankli, der sich für das grosse Mäzenatentum von Beat Leimer bedankte. Vertreter der Gemeinde Feldbrunnen waren ebenfalls anzutreffen.

Auf die Frage, ob man nicht etwas wehmütig über diese schönen Räume für «ihren» Maler in Bettlach sei, antwortete Feldbrunner Buchser-Kenner Eugen Meier: «Klar wäre es auch schön gewesen, in Feldbrunnen ein Buchser-Museum einweihen zu können. Aber wir freuen uns doch jetzt sehr, dass es in der näheren Umgebung zum ehemaligen Wohnort des Malers überhaupt möglich wurde.»

Museum Frank Buchser, Höhenweg 29A Bettlach. Offen: n. Vereinbarung. Infos: www.frank-buchser.ch; Tel. 032 654 27 77.

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