«Es ging noch nie so schnell», sagt Christian Rohr, Leiter des Netzwerks Grenchen. Während im ersten Quartal 2010 kaum eine Stelle vermittelt werden konnte, verbesserte sich die Situation ab März deutlich. «Teilweise herrschte ein veritabler Job-Run, den wir in diesem Ausmass nicht erwartet hatten», erklärt Rohr. Für die Zukunft geht das Netzwerk von noch volatileren Konjunkturzyklen aus.

Die Hochkonjunkturzeitfenster, während denen auch Personen mit unkonventionellen Lebensläufen eine Chance erhalten, werden tendenziell noch kürzer», so Rohr. Auch für das Netzwerk selbst hat dies Auswirkungen: Es wird schwieriger, die Personalplanung vorzunehmen.

Elf ehrenamtliche Mentoren

Die Bilanz, die das Netzwerk für das Jahr 2010 zieht, ist positiv. Für 22 Schulabgänger ohne Lehrstelle konnte das Netzwerk 2010 eine Lösung vermitteln. Bewährt hat sich das Mentoring-Programm. Bei diesem unterstützen acht ehrenamtlich tätige Mentorinnen und drei Mentoren mit ihren Kontakten insgesamt fünf Jugendliche und zehn Erwachsene bei der Stellensuche.

In der Geschützten Werkstätte beanspruchten zu Spitzenzeiten 38 Personen einen der geschützten Arbeitsplätze. 20 Vollzeitstellen stehen insgesamt zur Verfügung. «In der Werkstätte wurde noch nie so viel und so professionell produziert wie im letzten Jahr», schreibt das Netzwerk in seinem Jahresbericht. Die Werkstätte fand neue Läden, die die Produkte verkaufen.

Durchzogene Bilanz bei Jungen

Durchzogen sieht die Bilanz beim Programm «18-25» aus, das versucht, junge Sozialhilfebezüger in den Arbeitsalltag zu integrieren. 2010 nahmen aus den Kantonen Solothurn und Bern 76 Jugendliche teil, 56 traten während des Jahres aus dem Programm aus. Für 23 konnte eine Lösung gefunden werden.

«Die Auswirkungen der Finanzkrise sind für die Arbeitnehmenden noch keinesfalls ausgestanden», schreibt Christian Rohr im Jahresbericht. Noch immer sei die Zahl der Arbeitslosen höher als vor der Finanzkrise. «Leider ist es aber so, dass viele Personen bereits vor einem erneuten Wirtschaftsaufschwung ausgesteuert werden und dann auch später keine Stelle mehr finden.» In der Arbeitslosenstatistik würden sie aber nicht mehr geführt. «Die Statistik vermittelt deshalb unter Umständen ein geschöntes Bild», erklärt Rohr.