«Ältere Leute fürchten sich im Alltag nicht mehr als jüngere.» Zum Auftakt seines Vortrags über Betrugsprävention räumte Christian Ambühl, Kommandant der Stadtpolizei Grenchen, gleich ein Klischee aus dem Weg: die Karikatur der misstrauischen Rentnerin, die sich angstschlotternd hinter Schlössern und Ketten in ihrer Wohnung verbarrikadiert.

Dass moderne Seniorinnen und Senioren ein aktives, freies Leben führen, zeigte nur schon der zahlreiche Aufmarsch des Publikums am frühen Abend im Zwinglihaus. Veranstaltet hat die Spitex Grenchen das Referat, eine Organisation, der die Sicherheit im Alltag ein grosses Anliegen ist, wie Geschäftsleiterin Cristina Pitschen bei der Begrüssung betonte.

Routine brechen

«Seien Sie kein leichtes Opfer», appellierte Christian Ambühl an die Zuhörer: Die Haustüre abschliessen. Nie ein Kippfenster offenlassen, wenn man nicht daheim ist. Den Verschluss am Handtäschli immer schliessen und zum Körper gewandt tragen. Den Mut haben, am Bancomaten andere zu bitten, ein paar Meter Abstand zu halten. Keine unbekannten Personen in die Wohnung lassen. Und: Amtspersonen an der Tür bitten, sich auszuweisen.

Weiter lasse sich die Sicherheit erhöhen, besonders gegen Einbrecher, indem man den Tagesablauf bewusst variiert. Also nicht immer zur gleichen Zeit einkaufen, mit Freunden käfele oder mit dem Hund Gassi gehen.

Gegen den Enkeltrick

Die meisten Arten von Betrug und Diebstahl betreffen alle Altersgruppen. Die grosse Ausnahme: der Enkeltrick, dem Personen ab 55-jährig zum Opfer fallen – und hier ist der finanzielle Schaden oft besonders gross. Zur Vorbeugung hat Christian Ambühl eine Reihe von Tipps parat. Zum Beispiel beim Telefon eine Fotogalerie aller Enkel und Urenkel mit Namen und Geburtsdatum einrichten. Wenn einem dann eine sympathische Frau am Telefon etwas vorheult, kann man so leichter kontrollieren, ob es eine Verwandte ist.

«Sollten Sie dennoch Opfer eines Betrugs werden, schämen sie sich nicht und benachrichtigen Sie sofort die Polizei», ermutigte der Polizeikommandant die Anwesenden. «Wir helfen Ihnen gern. Aber helfen können wir nur, wenn wir wissen, dass etwas passiert ist.»

Polizeinotruf: 117, Stadtpolizei: 032 654 75 75