Grenchen

Polizeikommandant erhält an der 13. Gosche Night den Prix Göschi

Im Foyer des Parktheaters ging am Freitagabend die 13. Gosche Night über die Bühne. Nebst den Auftritten diverser Grenchner Guggenmusiken und Schnitzelbankgruppen waren die teils aufwendig maskierten und kostümierten Besucherinnen und Besucher das Highlight.

Noch bevor die bunte Fasnachtsparty im Foyer des Parktheaters losging, herrschte ordentlich Betrieb: Die Gosche, die einzige Grenchner Fasnachtszeitung, hatte nämlich all diejenigen zum Apéro eingeladen, die in der diesjährigen Ausgabe durch den Kakao gezogen worden waren. Das Grüppchen der Teilnehmer war allerdings überschaubar - etliche hatten offenbar den Mut nicht gefunden, sich ihren "Kritikern" zu stellen. Für die Goschenschreiber keine neue Erfahrung, wie man hinter vorgehaltener Hand verlauten liess. Diejenigen, die das Jahr hindurch am lautesten bellen, verstehen in der Regel Spass am Schlechtesten, Kritik schon gar nicht.

Einer, der offensichtlich Spass verstand, sollte im Verlauf des Abends noch zu einer weitaus grösseren Ehre gelangen: Polizeikommandant Christian Ambühl. Ihm verlieh die Gosche nämlich den Prix Göschi. Diese Ehre wird jeweils einem Narren oder einer Närrin zuteil, der durch seine komischen Taten aufgefallen sind. Und bei Ambühl, so konstatierten die Goschenschreiber, sei das durchaus der Fall gewesen. Sie zeichneten ihn aus für seine erfolglosen Bemühungen, die Stadtpolizisten in Bewegung zu halten und die Bewegung der Verkehrsteilnehmer einzuschränken. 

Ambühl zeichne sich durch grossen Durchhaltewillen aus. Um seine träge Mannschaft auf Trab zu bringen, habe er schliesslich zum Taser greifen müssen. Leider seien die daraus erfolgten Zuckungen nur von kurzer Dauer gewesen. 

Er habe auch Mut und Durchhaltewillen bei der probeweisen Sperrung der Bettlachstrasse bewiesen, aber nicht mit der Kurzsichtigkeit einiger Gewerbler gerechnet. So wie er auch bei der Einführung der Parking App zu viel technisches Verständnis bei der Grenchner Bevölkerung vorausgesetzt habe, weshalb man den Gratisparkierern jetzt mit Barrieren entgegentreten müsse, damit der Kanton sein Geld bekomme.

Besonders hervorgehoben haben die Goschenwriter Ambühls Sozialkompetenz im Umgang mit der Alkiszene auf dem Marktplatz. Seine Plauderstunde sei gut besucht. Er habe sogar gelernt, dass er zwischendurch eine Pause machen müsse, damit die Leute sich wieder mit Bier eindecken könnten. 

Ambühl bedankte sich für die Auszeichnung und versprach, auch im nächsten Jahr weiterhin für Gesprächsstoff zu sorgen. Der als Drakula verkleidete Polizeikommandant meinte: "Schliesslich laufen wir das ganze Jahr hindurch verkleidet rum, heute bin ich zivil da".

Nach dem musikalischen Einstieg mit den No Copyrights eröffneten die Schuelschwänzer dann den offiziellen Teil, denn nach und nach strömten die verkleideten Gäste herein. Auftritte der Schnitzelbanktruppe Hilari Schnibako, weiterer Grenchner Formationen wie Ccocoloris und Hilari Brothers  folgten, Dani Wisard alias DJ Horse  sorgte an den Plattentellern für gute Stimmung. Er ist bekannt dafür, dass er genau die Hits aus den 80ern und 90ern hervorzaubert, welche das Publikum wünscht. Die Tanzfläche war zeitweise gut besetzt. Es herrschte eine ausgelassene, fröhliche Stimmung im Parktheater an der 13. Goschennacht.

Leider glänzten einige Prominente, die sonst immer mit dabei waren, dieses Jahr durch Abwesenheit. Von der politischen Behörde waren zwar einige Gemeinderäte beim Apéro gesehen worden, doch am Abend war die offizielle Stadt dann doch eher mager vertreten. Nur Stadtpräsident François Scheidegger mit seinem Caesar-Kostum - allerdings ohne Lorbeerkranz der Sieger - und Leichtestmatrose Ivo von Büren versuchten, die "offizielle" Stadt würdig zu vertreten.

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