Kommentar
Polemik auf dem Buckel der Kinder

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Bei den Grenchner Schulzahnärzten brodelt es.

Bei den Grenchner Schulzahnärzten brodelt es.

HO

Die Schulzahnpflege in Grenchen gleicht zurzeit einem Schlachtfeld. Glaubt man dramatischen Schilderungen von Betroffenen – Eltern und Zahnärzten – herrscht ein Chaos sondergleichen und die Zahngesundheit des Grenchner Nachwuchses ist in höchstem Mass gefährdet. Doch Vorsicht: Da wird über Vertragsbestimmungen gepokert. Und alle reden und polemisieren, aber die wenigsten wollen etwas gesagt haben. Uns solls dennoch recht sein und den Einwohnerinnen und Einwohnern auch, wenn sie Einblick in das groteske Schauspiel bekommen.

Jede Seite wirft der anderen mangelnde Information vor. Das hat in diesem Fall leider etwas für sich. Ausgerechnet im Zeitalter der uneingeschränkten Kommunikation wird der Griff zum Telefonhörer, der manches Missverständnis wohl frühzeitig beseitigen könnte, zunehmend vergessen: Wenn eine Rechnung nicht bezahlt wird, warum nicht einfach mal anrufen und fragen, woran das liegt? Oder vielleicht könnte man einen Vertrag auch gemeinsam verhandeln, anstatt Entwürfe hin und her zu schicken, welche für die jeweils andere Seite inakzeptabel sind?

Die Thematik ist komplex. Die Stadt will (und muss) Geld sparen, will aber gleichzeitig keine Abstriche bei der Volksgesundheit machen müssen. Das darf sie übrigens auch nicht, muss sie sich doch an kantonale Vorgaben halten. Werden diese geritzt, ruft bald mal jemand «Foul», wie die umstrittene Regelung hinsichtlich der Finanzierung von Erstuntersuchungen bei Neuzuzügern zeigt.

Fehlt nur noch die Feststellung, dass es ja eigentlich nicht um Riesenbeträge geht, um die da gefightet wird. Und dass man sich in den entscheidenden Punkten eigentlich einig ist. Es wäre also höchste Zeit, mit der Polemik auf dem Buckel der Kinder aufzuhören.

andreas.toggweiler@chmedia.ch