«Lass dich nicht hetzen, im Publikum können sie es nicht besser.» So ermutigt «Schnuri» Markus Marti einen Teilnehmer. Kaum hat dieser die wackligen Schwebehölzer bewältigt, stimmt er ins Gelächter der Zuschauer ein, das den Feuerwehrwettkampf begleitet.

Schon springt das nächste Dreierteam die Bretterwand am Start an. «Se läst Rönn» heisst diese Aufgabe, denn nächstes Jahr wird auf der Wiese neben der Scheune ein Haus stehen. Wo der Parcours dann aufgebaut wird, ist unklar, dass er stattfinden wird, ist Ehrensache. «Süüferli – doucement», lacht der Schnuri ins Mikrofon, als eine Feuerwehrfrau aus Renan BE in Vollmontur ins Planschbecken hechtet.

Zwei Sprachen – ein Vergnügen

Deutsch und Französisch sind sich in Grenchen nie so nahe wie am Feuerwehrwettkampf des Sandloch-Feschts. Zum 23. Mal hat dieser stattgefunden. 41 Mannschaften, Erwachsene und Mitglieder der Jugendfeuerwehr, messen sich und geniessen den Plausch, den die Staader Organisatoren jedes Jahr ausknobeln. Das wissen die Feuerwehrleute zu schätzen. «Jubiläum: 20 Mal dabei»- prangt auf den T-Shirts der Gruppe «vom angere Aareufer Arch».

«Der Wettkampf macht Spass. Jedes Jahr ist etwas Neues. Ich habe noch nie einen Posten zweimal gemacht», lobt der Archer Feuerwehrmann Reto Schwab das Fest. Die Einheimischen nehmen den Plausch schon so selbstverständlich, dass sie die Teilnahme lieber ihrem Nachwuchs überlassen. «Wir haben drei Jugendmannschaften aus Grenchen am Start, aber keine von Erwachsenen», sagt der zweite Schnuri Rolf Dürrenmatt.

Video-Eindrücke vom Feuerwehrwettkampf  2019

Video-Eindrücke vom Feuerwehrwettkampf 2019

Die Feuerwehren und Jugendfeuerwehren gaben alles am Plauschwettkampf am Sandlochfest in Grenchen/Staad.

Dass für einmal die Jugendlichen im Vorteil sind, hat nicht zuletzt mit dem Gewitter am Samstagnachmittag zu tun. Deswegen wird der Start der Aufgaben zwei und drei um eine Stunde verschoben. Vorteil für die Jungen: Für sie gibt es im Aare-Pub und in der Festbeiz kein Bier, das ihre Reaktionsfähigkeit vernebeln könnte. Zudem kommen sie leichter die Wand hoch. Vorn ziehen, hinten schieben, mit tatkräftiger Unterstützung der Kameraden und Parcours-Helfer schaffen es auch die grössten Brocken.

Bewährte Feuerwehrmode kommt zum Zug

Während die Teams abwechslungsweise klettern, kraulen und sprinten, erklärt Dürrenmatt zum fünften Mal, warum am Sandloch beim «Trampi-Dart» keiner ohne Schuhe auf den gesandeten Steg darf: wegen der Steine am Grund der Aare. Die Feuerwehren machen das beste aus der Zielübung und treten in Badehose, Schwimmweste und Kampfstiefeln an. Hier zeigt sich: Der Wettkampf ist ein Familienfest: Die Kinder sitzen auf den Steinen, die das Sandloch säumen und feuern Papi, Mami, Tante und Onkel an.

Bereits am Vorabend ging das Vergnügen mit dem Prolog der Aufgabe eins los, dem «Bier-Trax». Verwicklungen, Spässe und Stürze fanden hier im Trockenen statt. Denn die Bierflaschen, die umgeräumt werden mussten, hatte das OK zur Belohnung für die kreative Planungsarbeit des Wettkampfs vorsorglich leer getrunken.